Kürbisausstellung in Ludwigsburg Im Blühenden Barock trifft Fred Feuerstein auf Jim Knopf

Besuch aus Lummerland: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer Foto: Jürgen Bach

Die größte Kürbisausstellung der Welt bringt in diesem Jahr Figuren zum Thema „Feuer“ nach Ludwigsburg. Und erstmals eine eigene Kürbissorte.

Ludwigsburg: Maximilian Kroh (kro)

Ein wenig Ironie des Schicksals schwingt dann doch mit, als es zur Eröffnung der Kürbisausstellung am Freitagmorgen literweise regnet. Schließlich steht die Ausstellung im Blühenden Barock doch eigentlich unter dem Motto „Feuer“. So werden Fred Feuerstein, Jim Knopf und die übrigen Figuren zum Auftakt ordentlich nass, nur Lukas der Lokomotivführer bleibt trocken, er sitzt im Führerhäuschen seiner Lokomotive Emma.

 

Petra Herrling nimmt das Wetter vor ihrer ersten Kürbisausstellung als Leiterin des Blühenden Barocks gelassen: „So grünen Rasen haben wir hier um diese Zeit noch nie gehabt.“ Allerdings, für den Kürbislieferanten Jens Eisenmann waren die vielen Wetterumschwünge in den vergangenen Wochen und Monaten eine große Herausforderung. „Anfang Mai war es noch viel zu nass und zu kühl für die Kürbisse“, sagt er.

„Es war eine Punktlandung“

Dann aber wurde es derart heiß, dass es mit der Bewässerung der Früchte schwierig wurde. Als Mitte Juli dann wieder der Regen kam, begannen die Kürbispflanzen zu treiben wie sonst im Frühjahr, weshalb viele lange nicht abgereift waren. Mit der Ernte konnten Eisenmann und seine Helfer erst vergangene Woche beginnen, „das war eine richtige Punktlandung“, sagt der Rielingshausener Landwirt. „Aber die Besucher werden davon nichts merken.“

Zumindest an einer Stelle wird sich die Späternte aber doch bemerkbar machen, denn die große Sortenschau mit etwa 800 verschiedenen Kürbissorten wird auf das Wochenende vom 8. bis 10. September nach hinten verschoben. Abgesehen davon hat Eisenmann aber Recht, dass die Endphase der fünfwöchigen Vorbereitung in diesem Jahr etwas stressiger war als üblich, ist der Ausstellung nicht anzusehen. Die Figuren stehen, die Dekoration auch, die Gastronomie sowieso.

Um eine ganz besondere Sorte musste sich ohnehin niemand sorgen, denn das Blüba präsentiert in diesem Jahr seine selbstangebauten Kürbisse unter dem Namen „Blüba White“. Seit drei Jahren im Anbau werden sie heuer in der Gastronomie eingesetzt. „Sie kommen von einer taiwanischen Saatgutfirma, für die sind wir so etwas wie ein Testbetrieb“, erklärt Ausstellungsorganisator Stefan Hinner. „Der Blüba-Kürbis hat einen hohen Stärkegehalt, deshalb wird er beispielsweise beim Frittieren knusprig.“

An den Ausstellungsstücken, die wie üblich der in Marbach aufgewachsene Pit Ruge konzipiert hat, ist der „Blüba White“ nicht zu sehen. „Dafür ist der Stiel nicht stabil genug, er könnte die Kabelbinder nicht halten“, sagt Hinner. Doch auch ohne den Sonder-Kürbis gibt es bei den Kunstwerken neue Elemente. „Die Ausstellung ist dieses Jahr viel interaktiver gestaltet“, sagt Ausstellungsleiterin Alisa Käfer. Der Feuerspucker speit per Knopfdruck echtes Feuer, Lukas Lokomotive kann qualmen, im Feuerwehrauto und in Fred Feuersteins Steinzeitmobil können sich die Besucher selbst hinters Lenkrad setzen.

Bis zum 3. Dezember hat die Kürbisausstellung täglich geöffnet, wie immer sind Kürbisregatta, Kürbisschnitzen oder Kürbiswiegen feste Bestandteile. Erstmals sind auch die Leuchtenden Traumpfade in die Konzeption eingebunden, verrät Petra Herrling, inklusive einer Überraschung: „Man sollte also am besten zweimal kommen.“

Kürbisausstellung 2023

Öffnungszeiten
Die Ausstellung läuft bis zum 3. Dezember. Sie hat täglich von 9 bis 20.30 Uhr und ab dem 6. November sogar bis 21.30 Uhr geöffnet.

Programm
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen die Sortenschau (ab dem 8. September), die Kürbisregatta auf dem See im Südgarten (16. und 17. September ab 13 Uhr), das Kürbiswiegen (Deutsche Meisterschaft am 1. Oktober ab 10 Uhr, Europameisterschaft am 8. Oktober ab 13 Uhr), das Riesenkürbis-Schnitzen (15. Oktober), beleuchtete Kürbisausstellung (während der Leuchtenden Traumpfade ab dem 29. Oktober), das „Grusel Gewusel“ (10. November bis 12. November), das leuchtende Kürbisschlachtfest (19. November ab 12 Uhr) sowie erstmalig das Basteln von Riesenkürbis-Laternen (26. November ab 15 Uhr).

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