Stuttgart - Ob Kugelgrill oder Schwenkgrill, Smoker oder Gasgrill – die Auswahl ist vielfältig. Für welche Grill-Art man sich entscheidet, ist Typ-Sache – und auch davon abhängig, wie man wohnt. Zum Beginn der Grillsaison geben wir einen Überblick über verschiedene Modelle.
Rundgrill: Klassiker von der Tankstelle
37 Zentimeter Durchmesser, rund 50 Zentimeter Höhe, drei Beine, eine Ladung Holzkohle und darüber den Rost: Der Rundgrill ist der Klassiker unter den Grills hierzulande – und stellt zugleich die unterste Stufe der Grillausrüstung dar. Für mehr als Würstchen und Steaks eignet sich diese Grillart nicht, denn bei aufwendig Mariniertem tropft das Fett auf die Kohlen, entzündet sich – und dann wird es ungesund. Doch auch auf diesem Niveau gibt es Qualitätsunterschiede: Die Billig-Varianten bis 20 Euro halten selten länger als eine Saison – dann fangen die Schrauben, die die Beine halten, an zu rosten und die dünne Emaille-Beschichtung der Grillschale blättert ab. Die besseren, aber auch teureren Geräte dieser Gattung sind aus haltbarem Edelstahl gefertigt.
Geeignet für: Absolute Gelegenheitsgriller, denen es reicht, schnell ein paar Würstchen zu brutzeln. Preis: ab zehn Euro
Kugelgrill: Kugelrund und gesund
Er ähnelt einer Boje und grillt besonders schonend: Der Kugelgrill entwickelt sich mehr und mehr zum Star der Grillszene. Die obere Hälfte dient als Deckel, die untere fasst die Kohlen und den Grillrost. Das Brennmaterial liegt in einer Schale und bekommt von unten durch einen kleinen Kamin Frischluft zugeführt. Vorteil: Durch den Deckel kann mit dem Kugelgrill indirekt gegrillt werden – dabei liegt die Kohle nicht direkt unter dem Grillgut, sondern links und rechts daneben. Auf diese Weise lassen sich Fleisch und Gemüse besonders schonend garen. Das Fett tropft in eine in der Mitte platzierte Schale, kann also nicht in die Kohle tropfen und Feuer fangen.
Geeignet für: Gesundheitsbewusste Grill-Freunde, die mehr als nur Fleisch auflegen wollen. Preis: Ab 30 Euro als Discounter-Angebot. Wer öfter grillt und Wert auf Haltbarkeit legt, sollte sich für ein Marken-Modell entscheiden.
Kaminzuggrill: Auf Durchzug gestellt
Feuer braucht frische Luft. Dafür sorgen Grills, die wie ein Kamin funktionieren: Ihr dickes Standbein, auf dem die Feuerschale mit den Kohlen ruht, ist hohl, unten am Bein regelt eine Lüftungsklappe die Luftmenge. Nach dem Anzünden der Kohle saugt die aufsteigende Hitze die Luft zu den Kohlen, die dadurch schnell durchglühen können. Lästige Hilfsmittel wie Blasebalg oder Föhn sind nicht nötig, der Grill erreicht schnell seine Betriebstemperatur von rund 200 Grad – und sieht dazu noch schick aus.
Geeignet für: Holzkohle-Freunde, die schnell loslegen wollen, Wert auf Design legen und die höheren Kosten nicht scheuen. Preis: ab 100 Euro sind diese Geräte zu haben, Luxusvarianten können gut und gerne auch mal 700 Euro und mehr kosten.
Schwenkgrill: Für lange Abende im Freien
Wer gerne mit Freuden grillt, entscheidet sich mitunter für einen Schwenkgrill, denn das an einem Dreibeingestell über eine Feuerschale aufgehängte Rost bietet mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter viel Platz für zahlreiche Würstchen und Steaks. Nachteil: Für die recht große Fläche wird auch viel Kohle benötigt – und damit sie gleichmäßig durchglühen kann, kommt man beim Anzünden kaum ohne Hilfsmittel wie aus. Da das Rost leicht zur Seite geschwenkt werden kann, ist das Nachfüllen von Grillkohle aber prinzipiell recht einfach.
Geeignet für: Gartenbesitzer mit vielen hungrigen Gästen. Preis: ab etwa 50 Euro.
Gemauerter Grillkamin: Gekommen um zu bleiben
Wer Haus und Garten hat, stellt sich mitunter einen Grillkamin auf die Terrasse. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen Außenkamin mit einfachem Grillrost. Was schick aussieht, ist allerdings wenig komfortabel zu bedienen, denn der Rost ist meist recht niedrig angebracht und die Abzugshaube liegt direkt darüber. Gemütlich sind solche Modelle aber allemal, zumal sie auch einfach als knisternde Feuerstelle dienen können, wenn nicht gegrillt wird.
Geeignet für: Hausbesitzer, die ein dauerhaftes Gartenschmuckstück haben möchten. Preis: ab ca. 150 Euro.
Smoker: vom Winde verweht
Der sogenannte Smoker stammt aus den amerikanischen Südstaaten und ist eigentlich eher eine Räucherkammer als ein Grill: Das Fleisch liegt auf einem Rost in einer großen Trommel, der Rauchkammer. Außen befindet sich die Feuerbox, in der mit Holz und auch Kohle die Hitze erzeugt wird. Der heiße Rauch zieht in die Rauchkammer und tritt auf der anderen Seite über ein Kaminrohr wieder aus. Da Hitzequelle und Grillgut getrennt sind, kann kein Fett in die Glut tropfen. Das Grillgut wird bei 120 bis 160 Grad Celsius langsam und schonend gegart. Das erfordert Geduld, gerade für die Zubereitung von großen Fleischstücken wie einem ganzen Hähnchen oder Schweinshaxen ist diese Methode aber perfekt geeignet.
Geeignet für: Geduldige, gesundheitsbewusste Griller, denen der Geschmack über das Grillerlebnis geht. Preis: ab knapp 200 Euro für die einfache Modelle bis 2000 Euro für die Premium-Varianten.
Gasgrill: Küche für draußen
Ohne glühende Kohlen und etwas Rauch verliert das Grillen etwas vom Reiz der Ursprünglichkeit. Doch wenn es darum geht, schnell und flexibel mehr als vier Personen satt zu bekommen, ist der Gasgrill kaum zu schlagen. In der Zeit, in der die Holzkohle bei anderen Grills erst noch durchglüht, sind die Würstchen auf dem Gasgrill schon fertig. Die meisten Gasgrills werden als Grillstationen angeboten, die viel Fläche mit Ablagen an den Seiten bieten und im Grunde kleine Küchenzeilen für draußen sind. Wer nicht gerne mit Gasflaschen hantiert, sollte lieber die Finger davon lassen.
Geeignet für: Alle Ungeduldigen, die Platz für einen Grillwagen haben. Preis: Ab 200 Euro für kleine Grillwagen bis zu 3000 Euro für die Spitzenmodelle.
Elektrogrill: Ständig unter Strom
Eingefleischte Feuergriller haben für den Elektrogrill oft nur ein Naserümpfen übrig. Fleisch auf Heizspiralen sei kein Grillen, sagen sie. Trotz fehlender Lagerfeuerromantik schwört aber inzwischen etwa ein Viertel der deutschen Grillbesitzer auf die Strombefeuerung – und das aus gutem Grund: Es ist das mit Abstand sicherste Grillen, gerade wenn Kinder in der Nähe sind. Und wenn man auf dem Balkon grillt, kann man sich Ärger mit den Nachbarn sparen, weil es ohne Feuer natürlich auch keinen Rauch gibt. Außerdem gilt dies als umweltschonender als andere Grill-Varianten, weil ohne Grillkohle kein Feinstaub in die Luft gelangt und man sichergehen kann, dass kein Tropenwald für die Kohle abgeholzt wird.
Geeignet für: Umweltbewusste Grillfreunde, die Wert auf Sicherheit legen – und auf ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn. Preis: Ab 10 Euro. Schon für rund 50 Euro gibt es hochwertige Elektrogrills mit Deckel, Thermometer und höhenverstellbarem Grillrost.