Kulinarische Stadtführung Genuss und Geschichte in Esslingen
Seit Februar bietet ein Berliner Unternehmen unter dem Motto Eat the World eine kulinarische Stadtführung in Esslingen an.
Seit Februar bietet ein Berliner Unternehmen unter dem Motto Eat the World eine kulinarische Stadtführung in Esslingen an.
Touristisch spielt Esslingen neuerdings in der gleichen Liga wie Berlin, Düsseldorf oder München. Zumindest, wenn man als Maßstab die kulinarischen Stadtführungen betrachtet, die das Berliner Unternehmen Eat the world in mittlerweile 55 deutschen Städten anbietet. Seit Februar hat das Tochterunternehmen von Gruner und Jahr aus dem RTL-Konzern auch die ehemals Freie Reichsstadt mit einer Mitte-West-Tour im Portfolio.
Zwölf Frauen und drei Männer, darunter einige, die ähnliche Touren bereits anderswo erlebten, haben sich mit Tourguide Birgit Häsler vor dem Schelztorturm eingefunden. und warten auf „Erlebnisse abseits der ausgetretenen Touristenpfade“, wie es in der Ausschreibung heißt. Doch zunächst serviert die Stuttgarterin einen Schnelldurchlauf zur Stadtgeschichte und versucht, die eher trockenen Daten möglichst anschaulich und leicht verdaulich zu präsentieren.
Dann lotst sie die Gruppe in den Unteren Metzgerbach. Vor dem Café Fräulein Margot gibt es mit Cheesecake und Rhabarberküchlein in Bio-Qualität die ersten Versucherle des Tages. Und die Backkünste von Konditormeisterin Svenja Bay, die das Tagescafé im Sixtieslook zusammen mit ihrer Schwester Miriam seit 2020 führt, kommen gut an. Bekannt ist der Handwerksbetrieb auch für seine Frühstückskreationen und seine veganen Leckereien.
Der Untere Metzgerbach ist inzwischen mit Cafés gut bestückt, ein Besuch im benachbarten Kano’s Breakfast muss allerdings wegen eines Wasserschadens ausfallen. So geht es weiter Richtung Westen in die Schelztor- und die Martinstraße, in denen Birgit Häsler architektonische Höhepunkte im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhunderts vorstellt. Die Gäste aus Karlsruhe, Ulm, Fellbach und Dettingen an der Erms bewundern das frühere Fabrikgebäude aus Backstein der Präzisions-Werkzeugmaschinen-Fabrik Boley & Leinen oder das 1894 entstandene als Villa Pebra bekannte Wohnhaus des Architekten Franz Schäffler mit seiner imposanten Frauenfigur als Eingangspfeiler und Atlantin.
Im nahe gelegenen Dickareal geht es bei einem Becher Popcorn um die frühere Messerschmiede und die Gegenwart als Eventquartier samt Traumpalast-Kinos, bevor ein Abstecher in die Neue Weststadt Esslingens Ambitionen zur Nutzung klimaneutralen grünen Wasserstoffs unterstreicht. Im Café Maille wird nach bald zweistündiger Tour ein orientalisch gewürzter Couscoussalat kredenzt, wobei Getränke auf eigene Rechnung bestellt werden müssen und einen Happen feines Dörrobst vom Ulmer Team Dörrmeister gibt es schließlich in Esslingens Kleinvenedig am Kesselwasen. Mit einem Blick in die Gewölbekeller, einer mediterranen Linsensuppe und einem Mini-Gemüsestrudel endet die Tour beim bio-zertifizierten Restaurant Entenmanns auf dem Rathausplatz und einige Gäste aus Degerloch begießen das Erlebte noch mit einem Glas Kesslersekt.