Kultladen in Marbach Euli hat jetzt auch für Kinderwagen Platz

Zwischen den Gängen ist mehr Platz als im alten Laden. Foto: Avanti/Ralf Poller

Der Kultladen in Marbach-Rielingshausen ist umgezogen. Das Sortiment ist gleich geblieben, aber die Verkaufsfläche größer. Die Kunden scheinen angetan.

Ein Umzug ist selten vergnügungssteuerpflichtig. Davon kann auch Walther Eulenberger ein Lied singen. Am Freitagmittag begann der Inhaber des Euli-Markts in Rielingshausen, mit einem zehnköpfigen Helferteam die Waren in einer konzertierten Aktion aus dem bisherigen Domizil in der Hauptstraße 8 in die neue Heimat des Ladens schräg gegenüber zu transportieren. Teilweise wurden auch Regal ab- und wiederaufgebaut. Am Wochenende wurde quasi nonstop geschuftet. Zuletzt brachte Eulenberger die EDV zum Laufen. Erst um 3.07 Uhr am Montagmorgen war dann alles erledigt – und nur drei Stunden später empfing das Verkaufsteam erstmals Kunden in den neuen Räumen.

 

Start ohne Schwierigkeiten

„Das war stressig“, sagt am Morgen danach der wieder erholt wirkende Eulenberger. Letztlich habe aber alles hingehauen. Das Kassensystem funktioniere reibungslos. „Es gab überraschenderweise keine wirklichen Kinderkrankheiten“, resümiert der Euli-Chef. Das dürften die Rielingshäuser gern hören, handelt es sich bei Euli doch um den einzigen Supermarkt im Ort, der aber auch darüber hinaus einen gewissen Kultstatus genießt. Denn obwohl der Laden mit großen Playern wie Kaufland und Co. bei der reinen Verkaufsfläche nicht mithalten kann, sagen doch etliche Kunden: bei Euli kriegt man einfach alles – und den aktuellen Klatsch im Dorf noch gratis obendrauf.

Umso mehr bewegte es die Bürger, als das Geschäft vor einer ungewissen Zukunft stand. Der Mietvertrag in der Hauptstraße 8 lief aus, Euli brauchte neue Räumen. Walther Eulenberger kaufte letztendlich eine alte Scheune auf der anderen Straßenseite, gestaltete sie in den vergangenen Jahren zu einem Kleinod von einem Laden um.

Mehr Bewegungsfreiheit

Ein besonderes Schmankerl stellt der Gewölbekeller dar, in dem Wein und Spirituosen ausliegen. Ein Wermutstropfen ist, dass der Zugang nur per Treppe erfolgen kann. Einige wenige Stufen muss man zudem überwinden, um in den Bereich zu gelangen, in dem Drogerieartikel sowie Zeitschriften feilgeboten werden. Ansonsten ist der Laden aber barrierefrei. Rollstuhl- und Rollatorfahrer können den Laden also ebenso wie Eltern mit Kinderwagen problemlos betreten. Ein Pluspunkt im Vergleich zu den ehemaligen Räumen sei, dass die Verkaufsfläche von 200 auf 300 Quadratmeter erweitert worden sei und zwischen den Regalen weitaus mehr Bewegungsfreiheit herrsche, sagt Walther Eulenberger. „Wir hatten Gänge mit einer Breite von 60 Zentimetern, da passte kein Kinderwagen durch. Mit einem Rollator musste man rangieren, um durchzukommen“, erläutert er überwundene Unannehmlichkeiten.

Beim Sortiment hält der Euli-Inhaber zunächst am bisherigen Programm fest. Die Ware wird nur anders präsentiert, und es kann sein, dass Artikel X im Regal nach oben und Artikel Y im Gegenzug nach unten gerutscht ist. Eulenberger kündigt ferner an, dass er nach und nach den Anteil nachhaltiger Ware im Portfolio erhöhen möchte. Wobei die Kunden auch schon vom Status quo angetan sind. „Mir gefällt der neue Laden sehr gut“, sagt eine Frau, die sich in Ruhe in den Gängen umschaut. „Es ist einfach klasse, dass man die Leute kennt. Ich kaufe seit Jahren bei Euli ein. Das Sortiment ist super“, erklärt sie. Rückmeldungen, die Walther Eulenberger so oder so ähnlich auch von anderen Kunden erhalten hat, wie er sagt. Der Umzugsstress hat sich offenbar gelohnt.

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