Kultur im Siebenmühlental Konkrete Pläne für neue Kulturbühne

Die Marke der BW-Post ist Geschichte: Aus der Komede-Scheuer wird die Kulturscheuer. Foto: z

Freunde des Poetry-Slams werden die Scheuer an der Mäulesmühle für sich entdecken. Das Kulturamt von Leinfelden-Echterdingen hat sich aber noch mehr für den Ex-Spielort von Hannes und der Bürgermeister ausgedacht.

Filderzeitung: Natalie Kanter (nak)

Was kommt nach der Kultreihe Hannes und der Bürgermeister? Wie wird die Stadt Leinfelden-Echterdingen die aus Funk und Fernsehen bekannte Komede-Scheuer, die neben der Mäulesmühle liegt, mit Leben füllen? Auf diese Fragen hatte das Team des Kulturamtes unter der Leitung von Carolina Gleichauf im Oktober erste Antworten geliefert. Freunde der schwäbischen Mundart sollen in der Scheuer, die künftig Kulturscheuer Mäulesmühle heißen wird, auch weiter auf ihre Kosten kommen – aber eben nicht nur.

 

Die Stadt will von Mitte 2024 an mit drei neuen Reihen durchstarten. Unter dem Titel „Wildwuchs“ wird jungen Bands, jungen Kabarettisten und Poetry-Slamern eine Bühne gegeben. Unter der Überschrift „Spross & Sprössling“ wird die Kommune Programm für Kinder anbieten. In der Reihe „Schwäbisches Saatgut“ ist vorgesehen, Kleinkunst oder Konzerte in Mundart zu zeigen.

Stadt setzt auf junge Kulturtalente

Nun hat Carolina Gleichauf in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses das konkrete Programm dazu und für die Spielzeit 2024/2025 präsentiert. Zum einem wird die Nachwuchsgewinnung in den Fokus genommen. „Wer früh mit Kultur in Berührung kommt, nimmt auch später selbstverständlicher am kulturellen Leben teil“, sagte Carolina Gleichauf. Die Kinder-, und Jugendtheatervorstellungen werden zum Teil in die neue Kulturstätte an der Mäulesmühle gelegt. In der Scheuer wird es Konzerte von Bands wie dem Folk-Duo Tante Friedl geben. Junge Kabarettisten wie der Pop-Poetry-Künstler Sven Garrecht werden dort auftreten. Außerdem verhandelt das Kulturamt mit der „Stuttgarter Sprechstation“ noch über einen Poetry-Slam-Abend.

Die Lesezeit, in der bisher Lesungen von Autorinnen und Autoren im Mittelpunkt standen, soll um einen Poetry-Slam-Workshop für die Mittel- und Oberstufe ergänzt werden. Das Ergebnis wird dann ebenfalls an dem Ort präsentiert, in dem über viele Jahrzehnte das schwäbische Kultkabarett-Duo Hannes und der Bürgermeister zu sehen war.

Im Frühjahr hatte der Schauspieler Albin Braig den Vertrag mit der Stadt beendet und somit auch die Auftritte in der Komede-Scheuer. Noch bis zum Jahresende wollten Hannes und der Bürgermeister auf Tour sein. Doch zwischenzeitlich verstarb der Schauspieler Karlheinz Hartmann, der die Rolle des Bürgermeisters jahrelang gespielt hatte.

Wolfgang Heyer wird in der neuen Reihe „Schwäbische Saatgut“ die Poetry-Slam-Ecke auf Schwäbisch bedienen. „Mundart auf hohem Niveau“, wie Carolina Gleichauf sagt, dürfen Kulturbegeisterte mit Pepper und Salt erleben – einer schwäbischen A-Capella-Gruppe. Kulturschaffende der Stadt sollen vom Jahr 205 an ein Podium in der Kulturscheuer Mäulesmühle erhalten.

Stadt verzichtet auf Konzertabo

In der Filderhalle wird es auch in der kommenden Spielzeit und in der Rubrik „L.-E. lacht“ fünf Abende geben – unter anderem mit dem preisgekrönten Kabarettisten Lars Reichow sowie dem Zauberkunst-Weltmeister Thomas Fröschle alias Topas.

Weil die Resonanz zu gering war, hat sich das Kulturamt von dem Konzertabo in der Filderhalle verabschiedet. In dieser Sparte will man sich auf die gut laufenden Weihnachts-, und Neujahrskonzert konzentrieren. „Mit mindestens 30 Angeboten steigern wir unser Angebot leicht und verjüngen uns insgesamt auf der Bühne und auch im Publikum“, informierte Carolina Gleichauf über die Ziele des Amtes.

Abzüglich der Einnahmen geht die Kommune davon aus, dass sie das städtische Kulturprogramm mit voraussichtlich 69 000 Euro bezuschussen muss. Hinzu kommen noch 96 300 Euro für die Hallenmiete und die Veranstaltungstechnik.

Die Mäulesmühle als Kulturscheuer

Eröffnung
Das Programm in der neuen Kulturscheuer Mäulesmühle wird im Juli kommenden Jahres beginnen. Im April werden Bürger die Kulturstätte besichtigen und ihre Ideen und Vorschläge in einem Bürgerdialog Kultur anbringen können.

Sanierung
Weil für eine umfassende Sanierung zu wenig Geld im Haushalt eingestellt ist, will die Stadt die Scheuer Schritt für Schritt in Schuss bringen. Fahrradabstellplätze sollen dort geschaffen werden. Das Publikum kann künftig möglicherweise auch mit einem Shuttle des VVS-Rider anreisen.

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