Stuttgarter Wagenhallen Mehr als eine Modenschau
Der kroatische Designer Stjepan Cuka stellt in den Wagenhallen seine Kollektion vor. Dabei geht es ihm um mehr als das Präsentieren von Mode.
Der kroatische Designer Stjepan Cuka stellt in den Wagenhallen seine Kollektion vor. Dabei geht es ihm um mehr als das Präsentieren von Mode.
Klamotten alleine genügen nicht. Das Präsentieren von Mode war schon immer eine Inszenierung. Bereits als am 12. Februar 1858 Charles Frederick Worth in seinen Pariser Modesalon in die Rue de la Paix einlud, wurde dort nicht nur die Mode zur Schau gestellt. Es gab Tee und Gebäck, ein Orchester spielte.
Damit würde man heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Karl Lagerfeld ließ einen Wasserfall bauen, eine Rakete zünden und mietete die Elbphilharmonie. Auch die Designer John Gallianos und Alexander McQueen ließen sich nicht lumpen, Geld spielte keine Rolle, das Publikum war handverlesen und überaus reich. Dass Modeschauen spannend und trotzdem nicht überkandidelt und nur für die Wohlhabenden sein müssen, wollen der Gastronom Reiner Bocka und der Designer Stjepan Cuka zeigen. Am Samstag, 24. Februar, laden sie bei freiem Eintritt in den Projektraum des Kunstvereins Wagenhallen. Dort zeigt Cuka seine Kollektion namens Tusk.
In der Nachbarschaft bei „Alle Einsteigen“ bei contain’t hatte er seine wiedergeborenen Jeans, auf Neudeutsch Upcycling-Denim-Kollektion, zeigen lassen von Menschen, die er getroffen und überredet hatte, mal auf dem Laufsteg aufzutreten. So hält er es auch bei Tusk, 18 normale Menschen, keine handverlesenen dürren Models, zeigen seine Kreationen. Dieses Mal lässt er sich von der Kleidung von Nomaden inspirieren. Dazu passt der Auftritt des Stuttgarter Künstler-Kollektivs Nomadic. Alisa Scetinina und Maximilian Luz sind Teil dieses Kollektivs. Sie sind verantwortlich für Bühne, Ton, Licht, Musik und Tanz, „die einen Rahmen rund um die Modeschau bilden“.
Cuka vermisst „dieses Zusammenwirken von verschiedenen Disziplinen hier in Stuttgart“. In seiner kroatischen Heimat sei man da offener, werde Mode als Teil der Kultur betrachtet. Doch warum nur bruddeln? Gemeinsam mit Bocka organisiert er dann genau das, was er vermisst. Selbst ist der Mann.