Kultur in Stuttgart Die Röhre darf vorerst bleiben

Von Caroline Leibfritz 

Die Stadt Stuttgart will den Pachtvertrag mit dem Musikclub verlängern. Es darf bis zum 15. Januar 2012 weitergefeiert werden – mindestens.

Die Konzert- und Discolocation Röhre in Stuttgart-Mitte Foto: dpa
Die Konzert- und Discolocation Röhre in Stuttgart-Mitte Foto: dpa

Stuttgart - In der Röhre darf noch bis zum 15. Januar 2012 weitergefeiert werden – mindestens. Denn solange die Deutsche Bahn im Zuge der Bauarbeiten zu Stuttgart 21 die Fläche am Wagenburgtunnel nicht benötigt, sollen weiterhin Konzerte und Partys in der Röhre stattfinden. Dies hat die Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann den Betreibern des Clubs vor wenigen Tagen mitgeteilt.

Derzeit, so Eisenmann, arbeite das Liegenschaftsamt noch einen Vertrag aus, der die Verlängerung rechtlich absichern soll. Im Sommer will Eisenmann dann erneut auf die Bahn zugehen, um sich über die aktuellen Bauplanungen zu informieren. „Mit einer verbindlichen Aussage seitens der Bahn ist es vielleicht möglich, den Vertrag der Röhre noch über den Januar hinaus zu verlängern“, so die Kulturbürgermeisterin. „Denn wir wollen, dass die Betreiber noch so lange wie möglich ihrer Kulturarbeit nachgehen können.“

Eine große Erleichterung

Für die drei Inhaber des Clubs, Peter Reinhardt, Nanno Smeets und Jan Drusche, bringt diese Zusage seitens der Stadt, wie Nanno Smeets sagt, eine „große Erleichterung“. Denn schließlich, so Smeets weiter, brauche man eine gewisse Planungssicherheit, um Partys und Events, wie sie in der Röhre stattfinden, überhaupt organisieren zu können. Deshalb sei er über die jetzigen Entwicklungen sehr froh.

Wie berichtet, hatte die kurzfristige Kündigung des Pachtvertrags durch das Liegenschaftsamt im vergangenen Herbst große Empörung bei den Betreibern und den Röhre-Besuchern ausgelöst – zumal noch nicht einmal die Kulturbürgermeisterin über eine Beendigung des Vertrags Bescheid wusste. Als eine Art „Entschädigung“ für die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten will die Stadt den Betreibern nun über den Sommer hinweg einen Teil der Miete erlassen. „Mir liegt die Kulturarbeit sehr am Herzen“, erklärt Susanne Eisenmann. „Deshalb sollen die Röhre-Inhaber so viel Unterstützung wie möglich bekommen.“