Kunstausstellung Google und die Stauferbauten

Von Klaus Nonnenmacher 

Die Burg Wäscherschloss entwickelt sich zum Publikumsmagnet. Neben dem Museum locken auch Workshops und seit einiger Zeit Kunst in das staufische Gemäuer. Zurzeit stellt dort der Lorcher Lan-Hendrik Pelz aus.

Hätten Sie’s gewusst? Foto: Ines Rudel
Hätten Sie’s gewusst? Foto: Ines Rudel

Wäschenbeuren - Im Erdgeschoss trinkt eine Familie Cappuccino und Kakao, im ersten Stock führt die Burgherrin Silke Allmendinger eine Seniorengruppe in die Historie der Burg ein und im Obergeschoss werkeln ein halbes Dutzend Erwachsene an einer schmucken Dose aus Birkenrinde. Im Wäscherschloss ist auf allen Etagen Betrieb, auch an einem regnerischen Sonntag. Mit Führungen, Workshops und weiteren Veranstaltungen wird das Museum belebt. Manche Besucher kommen sogar nur der Kunst wegen, die seit vorigem Sommer regelmäßig auf der Burg ausgestellt wird. Die Ölgemälde, die zurzeit zu sehen sind, eröffnen dabei ein ganz besondere Sichtweise auf das staufische Erbe in der Region.

Pixel erschweren die Orientierung

Großformatig, fotorealistisch malt der junge Lorcher Künstler Jan-Hendrik Pelz bekannte staufische bauten in Öl. Seine Sichtweise hat allerdings einen Haken. Wie einem viel zu grob aufgelösten Foto erscheinen die Gemäuer in groben Farbschemata, sozusagen verpixelt, unkenntlich gemacht, anonymisiert. Die Umgebung ist deutlich, die Umrisse der Wäscherburg allerdings auf dem Gemälde nur zu erahnen. Auch die Ulrichskapelle im Kloster Adelberg, das Kloster Lorch oder die Stiftskirche in Faurndau hat Pelz so verfremdet.

Noch schwerer wiederzuerkennen sind die Motive mit den Ruinen vom Hohenstaufen oder vom Rechberg, was auch der ungewohnten Vorlagen für die Gemälde geschuldet ist. Ältere Luftaufnahmen dienten Pelz zur Orientierung.

Wer erkennen will, muss die Stauferbauten besuchen

Statt des erkrankten Künstlers stand jetzt bei der Midissage Rüdiger Wolff, der die Ausstellungen auf der Burg organisiert, Rede und Antwort. „Hintergrund der Werke ist zum einen der Wunsch, etwas über die Stauferbauten zu machen, zum anderen stand Google Earth Pate“, erklärt er. Als der Internetgigant die ganze Welt ablichten und ins Netz stellen ließ, hatten einige Menschen geklagt und erreicht, dass ihre Häuser verpixelt, also unkenntlich gemacht wurden. „Mit der Folge, dass es nun Menschen gibt, die genau deshalb dorthin reisen, um die verpixelten Häuser real zu sehen“, so Wolff. Das sei bei Pelz Gemälden genauso gedacht. „Man kann zwar herausfinden, welche Bauten er gemalt hat, doch um sie richtig zu sehen, soll man dort hin fahren“, rät er.

Mönchsgeier aus Lorch

Wäre der Künstler gestern da gewesen, so hätte auch und vor allem viel über seine weiteren Werke erzählen können, die im Café des Wäscherschlosses zu sehen sind. 23 unverpixelte fotorealistische Ölgemälde von Greifvögeln, Eulen, Käuzchen, Falken oder Mönchsgeiern. Es sind alles Porträts von echten Vögeln der Falknerei aus Lorch. „Jan-Hendrik Pelz kennt sie alle sogar beim Namen“, so Wolff. Der Falkner dort ist Jan-Hendriks Vater.

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Mai zu sehen. Dann folgt eine Ausstellung mit abstrakten Kunstwerken von Susanne Tomasch. Im Sommer kann allerdings Kunst nur mehr im Erdgeschoss ausgestellt werden. Das Obergeschoss mit dem großen Saal ist dann in der Regel von Gästen für Hochzeiten oder Geburtstage gebucht. Die Burg ist regulär donnerstags bis sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet.




Veranstaltungen