Das Kunstmuseum Stuttgart hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Die Familie Baumeister schenkt dem Haus ein großformatiges Gemälde. OB Fritz Kuhn plädierte beim Festakt für eine kluge Sanierung der Oper.

Kultur: Amber Sayah (say)

Die Gratulantenschar, die sich am Mittwochabend beim Festakt zum zehnten Jahrestag der Eröffnung des Stuttgarter Kunstmuseums am Kleinen Schlossplatz eingefunden hat, war groß: Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn, sein Vorgänger Wolfgang Schuster, Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann, Landtagsvizepräsidentin Brigitte Lösch, die Chefinnen von Staatsgalerie, Landes- und Lindenmuseum, die Architekten des Kunstmuseums, Künstler, Mitglieder des Fördervereins und Sponsoren aus der Wirtschaft – sie alle stießen auf das Wohl der städtischen Sammlung an, die am 4. März 2005 im Glaskubus am Kleinen Schlossplatz ihre neue Bleibe bezogen hat.

Ein neuer Baumeister

Viele Glückwünsche wurden überbracht – und zwei gute Nachrichten. Die eine kam von der Direktorin des Kunstmuseums, Ulrike Groos, die als letzte Rednerin des Abends berichtete, dass die Familie Baumeister dem Kunstmuseum ein großformatiges Gemälde von Willi Baumeister aus der späten Serie der Monturi-Bilder geschenkt hat. Der Baumeister-Schwerpunkt der Sammlung werde damit um ein wichtiges Werk erweitert.

Hoffnung für die Oper

Die zweite Nachricht betraf gar nicht das Kunstmuseum, sondern die Oper: In seiner Ansprache zu Beginn des Abends erinnerte Fritz Kuhn – mit einer Verneigung vor Wolfgang Schuster – an den finanziellen Kraftakt, den die Realisierung des Neubaus seinerzeit bedeutet hatte. 67 Millionen Euro habe das Kunstmuseum damals gekostet, „kein Schnäppchen“, und doch in seinen Augen eine lohnende Investition, von der auch die Stadt profitiert habe. In gleicher Weise, gelte es nun, „so gut und so klug wie möglich die Stuttgarter Oper zu sanieren“. Diese sei ein „historisch bedeutendes Haus“, sagte der Oberbürgermeister „da muss man rangehen“. Und nicht nur der nach diesen Sätzen am heftigsten applaudierende Gast, der Opernintendant Jossi Wieler, verstand dies als klares Bekenntnis des Stadtoberhaupts, nun wirklich die Ärmel hochzukrempeln und die seit langem geforderte und erforderliche Modernisierung des mehr als hundert Jahre alten Musiktheaters in Angriff zu nehmen.

Neben dem Vorsitzenden der Freunde des Kunstmuseums, Friedrich von Berg, gehörte auch der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil zu den Festrednern, der sich an seine ersten Museumsbesuche aus Kindertagen erinnerte und daraus viele unterschiedliche Möglichkeiten ableitete, ein Museum zu besuchen.

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