Kunstrasenplatz Erdmannhausen Neue sportliche Heimat für Kinder und Aktive
Der Erdmannhäuser Kunstrasenplatz ist mit einem Elfmeter-Turnier eingeweiht worden – der Weg zum Bau war durchaus steinig.
Der Erdmannhäuser Kunstrasenplatz ist mit einem Elfmeter-Turnier eingeweiht worden – der Weg zum Bau war durchaus steinig.
Einigermaßen lässig kickt der Erdmannhäuser Bürgermeister Marcus Kohler den Ball vom Elfmeterpunkt rechts am Torwart vorbei ins Netz. 1:0 für das Verwaltungs- und Gemeinderats-Team beim Elfmeterturnier zur Eröffnung des neuen Kunstrasenplatzes am Montag. Der Rest des Teams, darunter Kohlers Vorgängerin im Amt Birgit Hannemann, bleibt weniger erfolgreich. Im ersten Vorrunden-Kick trennt man sich 2:2 gegen das Team der Feuerwehr.
Nun ist er also endlich offiziell eingeweiht, der Erdmannhäuser Kunstrasenplatz. Fertiggestellt ist und bespielt wird er schon eine ganze Weile, pandemiebedingt fiel das Fest zur Eröffnung bislang ins Wasser. Bis es aber so weit war, dass er gebaut werden konnte – das hat gedauert. Thema im Ort war der Kunstrasenplatz schon vor mehr als zehn Jahren. „Es war klar, dass wir da agieren müssen“, blickt Birgit Hannemann im Gespräch mit Marcus Kohler zurück. Einfach sei die Entscheidung dennoch nicht gewesen.
Die Stimmung im Ort sei sehr gespalten gewesen, erinnert sich auch Sascha Held, der Abteilungsleiter des GSV Erdmannhausen, der wie die Bigelkicker-Jugendleiterin Jennifer Kunz auf die erfolgreiche Jugendarbeit der beiden Vereine verweist. „Mit den bisherigen beiden Plätzen war ein geordneter Spiel- und Trainingsbetrieb nicht mehr möglich“, so Held. „Wir haben auf einem Acker trainiert, es gab viele Knöchelverletzungen bei den Spielern.“
Auch eine eigens durchgeführte Sportstättenkonzeption kam zu dem Ergebnis, dass Erdmannhausen einen Kunstrasenplatz braucht. Die Vereinsmitglieder rührten weiter die Werbetrommel und zeigten sich zahlreich in Gemeinderatssitzungen. „Der Sitzungssaal ist damals fast aus allen Nähten geplatzt“, so Hannemann und fügte an: „Ich hätte mir gewünscht, dass es bei anderen Themen auch eine so große Aufmerksamkeit aus der Bürgerschaft gegeben hätte.“
Der Gemeinderat entschied sich letztlich für den Neubau. „Nicht einstimmig, aber ich denke, heute sind alle froh, dass wir den Kunstrasenplatz haben“, so Birgit Hannemann. Etwas mehr als eine Million Euro hat das die Gemeinde gekostet. Geld, das man sich auch heute – in Zeiten noch knapperer Kassen – leisten würde? Ja, sagt der Bürgermeister Marcus Kohler: „Ein moderner Fußballtrainings- und -spielbetrieb ist ohne Kunstrasen überhaupt nicht mehr denkbar. Unsere beiden Fußballvereine sind die sportliche Heimat für so viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene, dass ein solches Projekt mit Sicherheit auch zum jetzigen Zeitpunkt umgesetzt werden würde.“
Der neue Erdmannhäuser Platz hat auf jeden Fall einige Vorzüge. Stichwort Kunststoffgranulat. In jüngster Zeit häuften sich landauf, landab die Meldungen, dass im gerade zu Ende gegangenen Hitzesommer die Plastik-Kügelchen zu böse klebenden Klumpen an den Fußballschuhen geführt haben – etwa in Tamm oder Kornwestheim. Hingegen hat der Platz in Erdmannhausen seinen ersten Sommer gut überstanden. Kohler: „Das ist modernster Kunstrasen ohne Granulat, in einer Ausführung als teilsandverfülltes Kunstrasensystem auf Elastikschicht. Somit gibt es mit der Hitze überhaupt keine Probleme.“
Einen einzigen Nachteil hat das neue Spielfeld allerdings, räumte Birgit Hannemann bei der Eröffnung noch ein: Wenn das Fußballspiel schlecht ist, liegt es nicht am Platz. „Die Ausrede zählt dann nicht mehr.“ Sprach’s und verschoss ihren Elfer.