Längere Beleuchtung von Burg Hohenbeilstein Burglicht hilft gegen den Winterblues
Eigentlich darf die Burg Hohenbeilstein nur an Wochenenden und an Weihnachten abends beleuchtet werden. Die Stadt lässt diesmal aber das Licht länger leuchten.
Eigentlich darf die Burg Hohenbeilstein nur an Wochenenden und an Weihnachten abends beleuchtet werden. Die Stadt lässt diesmal aber das Licht länger leuchten.
Wie sang schon Peter Fox: „Guten Morgen Berlin, du kannst so hässlich sein. So dreckig und grau, du kannst so schön schrecklich sein.“ Den Winterblues haben aber nicht nur die Berliner, er grassiert offenbar auch im Bottwartal, dem man nachsagt, es sei so lieblich. Zum Glück gibt es die Burg Hohenbeilstein. Sie leuchtet. Und das noch länger als eigentlich vorgesehen.
Aufgefallen ist es dem Fotografen Qingwei Chen. Der Gronauer wunderte sich, dass die Burg auch noch nach dem Ende der Schulferien abends angestrahlt war. Am Montag und am Dienstag lichtete er sie kunstvoll ab und zeigte die Bilder auf Meta, dem früheren Facebook. Verwundert staunte er über die spendable Aktion, „trotz Preissteigerungen des Stroms im Jahr 2024“.
Hinter der langen Beleuchtungszeit steckt aber nicht etwa ein technischer Defekt in einer Zeitschaltuhr, sondern die Stadt Beilstein als Eigentümerin der Burg. Die Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld gewährt den rund 6200 Bewohnern länger als sonst einen pittoresken Anblick. „Der Wunsch kam aus der Bürgerschaft: Die Menschen lieben ihre Burg.“ Gerade in der dunklen Jahreszeit sei es wichtig, den Bürgern mental unter die Arme zu greifen. „Wir möchten den Beilsteinern ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.“
Die Notwendigkeiten der Energiekrise hat die Rathauschefin bedacht. Das insektenfreundliche und preiswerte LED-Licht koste die Stadt nur 15 Euro am Tag, erklärt sie. So habe sich auch der Gemeinderat durchringen können, an den Wochenenden und an Weihnachten die imposant wirkende Beleuchtung zu genehmigen. Als Bürger jetzt vorschlugen, man könnte die Beleuchtung doch auch noch „zwischen den Jahren“ in Betrieb nehmen, willigte Barbara Schoenfeld auch ohne neuen Ratsbeschluss ein.
Die Bürgermeisterin weiß sich in Einklang mit allen Gesetzen. Das Beleuchtungsverbot öffentlicher Gebäude gelte seit dem Ende der Energiesparverordnung des Bundes am 15. April 2023 nicht mehr, erklärt Barbara Schoenfeld, und auch die Verordnung des Landes, Gebäude von Oktober bis März nur bis 22 Uhr in Licht zu tauchen und im übrigen Jahr gar nicht, um damit Insekten zu schonen, beachte man.
Weiterscheinen soll die künstliche Sonne der Burg laut Bürgermeisterin noch bis Mitte Januar. Dass Licht gegen Dunkelheiten hilft, weiß auch Peter Fox, der am Schluss singt: „Doch die Sonne geht gerade auf. Und ich weiß, ob ich will oder nicht, dass ich dich zum Atmen brauch’.“ Er meinte damit Berlin, aber der Anblick der Burg wirkt offenbar ähnlich.