Lärm in Stuttgart Wie laut ist es bei Ihnen auf dem Balkon?

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Der Bürgerverein in Stuttgart-Fasanenhof ruft Anwohner auf, bei sich Lärm zu messen. Dafür stellt er ihnen ein spezielles Gerät zur Verfügung. Die Aktion soll bis in den Herbst hinein laufen. Jeder Fasanenhofer kann mitmachen.

Voraussetzung für die Aufstellung des Lärmmessgeräts ist ein geschützter Ort, etwa der heimische Balkon. Foto: dpa
Voraussetzung für die Aufstellung des Lärmmessgeräts ist ein geschützter Ort, etwa der heimische Balkon. Foto: dpa

Fasanenhof - Immer wieder bekomme der Bürgerverein Fasanenhof Rückmeldungen von Anwohnern, dass die Lärmbelastung hoch sei und auch steige, berichtet Matthias Hotzel vom Arbeitskreis Lärm und Verkehr des Bürgervereins. Die Quellen des Krachs sind schnell ausgemacht: „Der Verkehr innerhalb des Fasanenhofs, der Verkehr auf der A 8, der B 27 und der Nord-Süd-Straße sowie nicht zuletzt die Belastung durch den zivilen und militärischen Flugverkehr und die Stromerzeugung auf dem Flugvorfeld“, zählt Hotzel auf. Bisherige Lärmgutachten zum Stadtteil beruhten zumeist auf Berechnungen, teilt der Bürgerverein mit.

Messungen sollen Dauerbelastung darstellen

Das soll sich nun ändern. Denn der Bürgerverein hat sich ein Gerät ausgeliehen, mit dem die Fasanenhofer nun bei sich zu Hause den Lärm messen können. Das Gerät sei für Lärmgutachten geeignet. „Mit unseren Messungen wollen wir uns einen Überblick über die Dauerbelastung durch Lärmimmissionen verschaffen“, erklärt Hotzel. Denn die Messungen laufen über einen längeren Zeitraum. „Die Besonderheit unseres Vorgehens ist, dass wir zum einen tatsächlich messen und zum anderen, dass die Messungen an den einzelnen Punkten über jeweils circa zwei Wochen laufen“, sagt der Sprecher des Arbeitskreises Lärm und Verkehr. Das habe den Vorteil, dass Einzelergebnisse relativiert würden und somit die Dauerbelastung an den einzelnen Standorten erkennbar werde. Je mehr Anwohner sich beteiligen, desto repräsentativer ist das Ergebnis. „Wir möchten mit den Messungen den ganzen Fasanenhof abdecken“, sagt Hotzel.

Die Aktion beginnt demnächst und soll mindestens bis in den Herbst hinein laufen. Wer sich an den Lärmmessungen beteiligen und das Messgerät ausleihen möchte, kann sich an den Bürgerverein wenden. Die Voraussetzungen für das Betreiben sind überschaubar: Es braucht lediglich einen geschützten Standort, etwa den heimischen Balkon, sowie einen 230-Volt-Anschluss. Die Messung sollte etwa 14 Tage am Stück erfolgen. „Wir freuen uns, wenn viele Mitbewohner auf dem Fasanenhof die Aktion unterstützen“, sagt der Arbeitskreis-Sprecher. Der Bürgerverein möchte mit den Messungen die tatsächlich im Stadtteil vorliegende Lärmsituation dokumentieren. „Unsere Ergebnisse werden wir sicherlich in die Diskussionen über Maßnahmen zur Reduzierung der Lärmbelastung in Stuttgart einbringen“, sagt Hotzel.

Ergebnisse sollen in Lärmschutzdiskussion einfließen

Nicht nur der Bürgerverein Fasanenhof ruft derzeit zum Lärmmessen auf. Der SWR hat zum Themenschwerpunkt Lärm die Mitmachaktion „Hier ist es #zuLAUT“ gestartet. Die Bürger sind dazu aufgerufen, ein Video aufzunehmen, das die Verkehrssituation bei ihnen an der Straße dokumentiert. Über die Internetseite des SWR kann man das Video hochladen. Dort stehen auch weitere Informationen zu den Modalitäten.

Fasanenhofer, die das Lärmmessgerät bei sich aufstellen möchten, melden sich beim Bürgerverein Fasanenhof – Hier leben wir, Europaplatz 26 A, 70565 Stuttgart, E-Mail: info@stuttgart-fasanenhof.de.

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