Lamas in Stammheim Mit Lama und Alpaka über Feld und Flur

Von Marta Popowska 

Claudia Ade hält zehn Lamas und Alpakas in Stammheim und bietet naturnahe Spaziergänge mit ihnen an. Die ruhigen und neugierigen Tiere helfen Erwachsenen beim Entspannen oder machen Kindergeburtstage zu besonderen Feiern.

Claudia Ade besitzt zehn Lamas und Alpakas, die Jung und Alt begeistern. Sie schätzt die Neugier und Ruhe der possierlichen Tiere. Foto: Marta Popowska
Claudia Ade besitzt zehn Lamas und Alpakas, die Jung und Alt begeistern. Sie schätzt die Neugier und Ruhe der possierlichen Tiere. Foto: Marta Popowska

Stammheim - Als die Besucher sich nach dem Spaziergang bei Kaffee und Kuchen ins Freie setzen möchten, sind auch die Lamas und Alpakas zur Stelle. Die Aussicht auf ein Stück Kuchen ist für die neugierigen Tiere zu verlockend. Und es ist gar nicht einfach, diesen großen schwarzen Augen mit den langen Wimpern diesen Wunsch zu verwehren. Doch Claudia Ade kennt das schon. Schnell holt sie eine Packung Knäckebrot und legt es den Tieren hübsch aus. Und so hoppelt eines nach dem anderen durch das Tor in das Nachbargehege, das Ade flink zu macht.

So ein Lama ist schleckig. „Was ein anderes angeknabbert hat, frisst das nächste nicht mehr“, sagt Claudia Ade. Doch vor allem sind die Andenkamele niedlich und total im Trend. Das merkt auch ihre Besitzerin, deren zehn Tiere für geführte Spaziergänge oder Kindergeburtstage gebucht werden können. „Ich habe bereits Buchungen bis August“, sagt sie. Auf dem Gelände von „Fun, Sport, Events“ am Emerholzweg in Stammheim finden die Tiere eine ideale Umgebung. Das frische saftige Gras der umliegenden Felder ist ihre Leibspeise.

Kein Tier gleicht dem anderen

Während des Spaziergangs bleiben sie permanent stehen, um zu naschen. Im Winter werden sie von einem Landwirt mit Heu versorgt. Über die an das Gehege angrenzenden Felder und Wiesen lassen sich naturnahe Spaziergänge unternehmen. „An heißen Sommertagen kann man in den Wald“, sagt Ade. Den Tieren mache kein Wetter zu schaffen. „Die können das ganze Jahr über draußen sein“, erklärt sie.

Aufs Lama gekommen ist die Hobby-Halterin vor mehr als zehn Jahren. Damals hat die Chefin eines Übersetzungsbüros ihre ersten zwei klassischen Lamas, Avalon und Tamino, erstanden. Heute sind es zehn Tiere. Und keines gleicht dem anderen. Unter ihnen sind zwei seltenere Suri-Lamas. Janosch, eine Kreuzung aus Lama und Alpaka, schaut etwas doof aus der Wäsche. Ihn hat Ade dem Höhenpark Killesberg abgekauft. „Ich vermute, das war ein Weideunfall“, sagt sie und lacht. Die drei kleinen Alpakas Giacomo, Melvin und Picasso komplettieren die Männer-WG. Die Größe ist auch das Hauptmerkmal, um Lamas von Alpakas zu unterscheiden. Zudem haben Lamas auch längere Bananen-Ohren als Alpakas. „Sie sind neugierig und distanziert zugleich“, erklärt die Expertin, die vor vier Jahren auch ein Buch geschrieben hat. An Halfter und Leine sind die trekking-ausgebildeten Tiere gewöhnt. Die kleineren Alpakas lassen sich gerade von Kindern gut führen. Die deutlich größeren Lamas erfordern etwas Kraft, weshalb die Touren erst für Kinder ab zehn Jahren geeignet sind. Allen gemein ist, dass es sehr ruhige und sanfte Tiere sind. Gespuckt wird übrigens auch, in der Regel nur auf Artgenossen bei Futterneid oder im Streit. „Es muss schon viel passieren, dass ein Lama einen anspuckt“, sagt Ade. Gerät man versehentlich zwischen zwei zankende Lamas, heißt es im besten Fall: ducken.

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