Das LKA stellt zusätzliche Computer-Experten in Stuttgart und Freiburg ein. Sie sollen besonders die Beweissicherung unterstützen.
Stuttgart - Längst ist das Internet zum Tatort für Verbrecher jeden Kalibers geworden. Damit die Polizei den Tätern im Netz schneller auf die Spur kommt, hat der Landtag nun 15 neue Stellen bewilligt, um die Polizei stärken, wie das Innenministerium mitteilt. Gesucht werden zurzeit Informatiker, die bei der Beweissicherung, der Datensicherung, aber auch beim Erstellen von Analysesoftware die Arbeit der Ermittler unterstützen sollen.
Dreizehn der neuen Spezialisten sollen im Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Stuttgart arbeiten, zwei an der Freiburger Akademie der Polizei im Bereich Ausbildung, sagt die Sprecherin des Innenministeriums, Alice Loyson-Siemering. Geschaffen worden sind die Stellen nach einer Empfehlung des Sonderausschusses "Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen: Jugendgefährdung und Jugendgewalt". "Die Polizei soll künftig noch schneller digitale Spuren auswerten und verfolgen können", sagt die Sprecherin. Im Fall des Amokläufers von Winnenden hatten Computerspiele, Filme und Einträge des Jugendlichen in Internetchats vor der Tat eine Rolle gespielt.
Die Experten beschäftigen sich mit Beweissicherung und Betrügersoftwares
Die neuen Experten sollen im Landeskriminalamt (LKA) daher vor allem bei der Sicherstellung und Auswertung digitaler Spurenträger helfen. Zu ihren Aufgaben zählt zudem die Analyse von Schadsoftware. Das sind zum Beispiel Computerprogramme, mit denen Betrüger die Banktransaktionen von Kontoinhabern im Netz manipulieren und sich so auf Kosten der Kunden bereichern. "Zu ihren Aufgaben gehört es dann voraussichtlich auch, den Markt im Blick zu haben, um zu wissen, welche neuen Analysetools es gibt", sagt der LKA-Sprecher Horst Haug.
Einen der größten Fälle im Online-Banking-Betrug löste das baden-württembergische LKA vergangenen Herbst mit den Kollegen aus Nordrhein-Westfalen. Eine Bande hatte mit der unter dem Namen Katusha bekannten Software rund 260 Überweisungen gefälscht und dabei einen Schaden in Höhe von 1,65 Millionen Euro verursacht. Weitere Überweisungen in Höhe von 1,2 Millionen Euro konnten durch das Eingreifen der Ermittler verhindert werden.