Landesregierung in den USA Danyal Bayaz überrascht mit Rap-Auftritt – und gewinnt Wette

Finanzminister Danyal Bayaz tritt im Goetheinstitut in Los Angeles auf. Foto: dpa//Nico Pointner

Max Herre tritt vor der Kretschmann-Delegation in Los Angeles auf. Finanzminister Danyal Bayaz lässt sich nicht lange bitten und zeigte ebenfalls seine Rap-Fähigkeiten. Der Auftritt im Video.

Im Goethe-Institut in Los Angeles hat sich der baden-württembergische Finanzminister von einer neuen Seite gezeigt – der Ministerpräsident blieb in seiner gewohnten Rolle. „Sie müssen nicht befürchten, dass ich jetzt auch rappe“, beruhigte Winfried Kretschmann das Publikum im Goethe-Institut im kalifornischen Los Angeles. „Ich habe da keine Übung und Hip-Hop ist auch nicht meine Musik“. Jazz und Rock’n Roll, das seien die Klänge seiner Jugend gewesen. Seinen Eltern waren die so fremd wie ihm der Hip-Hop. „Ich werde lieber verschweigen, was meine Eltern zu dieser Musik gesagt haben“, sagte er am Donnerstagabend (Ortszeit) nach einem Auftritt des Rappers Max Herre in Kalifornien.

 

Rappender Finanzminister

Kretschmanns Finanzminister Danyal Bayaz ist da ganz anders aufgestellt. Am Ende der Veranstaltung überraschte er die Gesellschaft – überwiegend Vertreter von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die Kretschmann auf seiner Reise in die USA begleitet hatten. Bayaz gab selbst einen eigenen Rapsong zum besten. Der Finanzminister ist als Freund der Heidelberger Rapszene bekannt. Natürlich ging es bei seinem Song ums Geld.

Ihm selbst trug der Auftritt einen Kasten Bier ein. „Ich habe mit Staatsminister Florian Stegmann gewettet, ob ich mich traue hier zu rappen“, bekannte Bayaz. Sein Auftritt überzeugte auch skeptische Kabinettsmitglieder von seinen Rap-Qualitäten.

Max Herre spielt und diskutiert

Hip-Hop und Völkerverständigung waren das Thema des Abends. Das Goethe-Institut in Los Angeles hatte zusammen mit dem deutsch-amerikanischen Zentrum in Stuttgart eigens aus Anlass des Besuches der baden-württembergischen Delegation in den USA den aus Stuttgart stammenden Musiker Max Herre eingeflogen, zu einem kleinen Auftritt und einem Gespräch über Hip-Hop und die Bedeutung des Schüleraustausches für die internationale, interkulturelle Verständigung. Herre war selbst Austauschschüler und tauschte sich mit dem amerikanischen Musikjournalisten Adisa Banjoko aus, den er vor 24 Jahren in dem Austauschprogramm kennengelernt hatte. Auch das Datum war mit Bedacht gewählt. Am 6. Oktober wird in den USA der Tag der deutsch-amerikanischen Freundschaft begangen.

Delegation tanzt – mehr oder weniger

Herre spielte, die Delegation tanzte, die einen mehr (Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Finanzminister Danyal Bayaz und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski), die anderen weniger (Verkehrsminister Winfried Hermann oder Grünenfraktionschef Andreas Schwarz). Ministerpräsident Kretschmann hielt seine Rede, sprach von Kennedy, Martin Luther King und der deutsch-amerikanischen Freundschaft. „Wir müssen Freundschaften pflegen“, sagte der Ministerpräsident. Deshalb erhöhe das Land auch die Unterstützung der vier deutsch-amerikanischen Institute in Baden-Württemberg. Sie sollen 2023 und 2024 statt jährlich 1,26 Millionen 400 000 Euro mehr bekommen.

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