Landfrauen im Rems-Murr-Kreis Großer Aufwand für schmuckvolle Osterbrunnen

Bis alles erstrahlt, muss wie hier in Fellbach viel Grünes verarbeitet werden.Foto: Gottfried Stoppel Foto:  

Die Landfrauen in Althütte sind nach einer Zwangspause wieder am Start und glücklich darüber. Auch andernorts im Kreis wird fleißig für die Osterbrunnen gearbeitet. Ohne externe Hilfe geht es gleichwohl vielfach nicht.

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Dieses Jahr können sie sich kaum retten vor Grünzeug, Ilona Belz ist froh und glücklich darüber. Denn im vergangenen Jahr sah die Lage in den Wochen vor Ostern für die Landfrauen in Althütte so schlecht aus, dass sie schweren Herzens das Aus für den Osterbrunnen auf Facebook verkündeten. „Wir waren ziemlich enttäuscht, dass wir Ostern ohne den Hingucker am Ortseingang feiern mussten. Und wie es aussieht, hat der geschmückte Hingucker nicht nur uns gefehlt“, sagt die Vorsitzende der Althütter Landfrauen.

 

Dieses Jahr herrscht in Althütte keine Not an Grüngutspenden

In diesem Jahr seien von allen Seiten Grüngutspenden eingetrudelt, sodass alles andere als Not herrsche und auch die Gemeinde nicht mithelfen müsse. „Wir haben frühzeitig einen Aufruf gestartet und darin auch ganz klar gemacht, dass es nur wieder einen Osterbrunnen geben kann, wenn alle mithelfen“, sagt die 66-Jährige. Sie ist froh, dass die unerfreuliche Zwangspause wenigstens etwas gezeigt hat: „Ich glaube, vielen wurde klar, dass ohne echt was fehlt und dass es ein riesen Aufwand ist, der Hilfe benötigt.“

Das wissen die Landfrauen in Althütte gut, schließlich schmücken sie seit nunmehr 20 Jahren den Brunnen. Dann kam Corona. „Wir haben 2022 noch mal pausiert. Wegen der Pandemie fanden wir es noch zu heikel. Dann war noch eine große Baustelle in Brunnennähe. Letztes Jahr wollten wir wieder richtig durchstarten, und plötzlich fiel alles flach. Aber nun sind wir wieder da und glücklich darüber“, sagt Ilona Belz.

Der Brauch, vor Ostern Brunnen zu schmücken, ist beliebt

Der Brauch, in der Zeit vor Ostern öffentliche Dorfbrunnen mit Girlanden aus frischem Grün, bemalten Eiern und anderen Verzierungen als Osterbrunnen zu schmücken, ist in vielen Orten im Rems-Murr-Kreis nicht mehr wegzudenken. Mit viel Aufwand binden alle Jahre wieder die Landfrauen der jeweiligen Kommunen in alter Handwerkskunst Girlanden aus Tannen-, Thuja-, Lebensbaum- und Buchszweigen, die dann kunstvoll mithilfe von Eisenbögen auf den Brunnen befestigt werden.

Auch die Landfrauen in Schorndorf pflegen die lieb gewonnene Tradition Jahr für Jahr. Sie stecken schon wieder mitten in den Vorbereitungen. Und sie haben bisher immer genug Grüngut zusammen bekommen, um die Girlanden binden zu können – aber nur mit Hilfe. „Wir bekommen von der Stadt ein Budget, in dessen Höhe wir Grüngut ankaufen können. Ein Gärtner unterstützt uns. Er bindet die Bögen und Girlanden und reicht seine Rechnung dann quasi bei der Stadt ein“, sagt Rita Rost, die Vorsitzende der Schorndorfer Landfrauen, zu denen auch Winterbach mit dazu gehört. „Allein aus privaten Gärten würden wir die große Menge an Tannen-, Thuja-, Lebensbaum- und Buchszweigen nicht zusammen bekommen, wir haben auch keine Mitglieder mehr, die die alte Bindekunst beherrschen“, sagt die 68-Jährige. Sie erinnert sich mit Schrecken an die große Verwüstung, die zuletzt am Schorndorfer Osterbrunnen angerichtet wurde. „Der Brunnen ist so beliebt, und es kommen Busse mit Leuten, die die Kunst bewundern wollen. Dann wurden uns ein paar 1000 Eier kaputt gemacht.“ Die mussten die Landfrauen nun in mühevoller Kleinarbeit alle neu anbringen. „Es saßen knapp 20 Frauen einen ganzen Nachmittag dran und haben rund 3000 Eier wieder frisch aufgefädelt.“ Der Brunnen werde nun bald wieder schön. „Das gehört jedes Jahr fest dazu.“

Auch in Fellbach laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Birgit Burgel aus dem Vorstand ist guter Dinge für den diesjährigen Osterbrunnen. „Wir sind gut aufgestellt. Mehrere Mitglieder mit eigenem Garten warten nur darauf, uns ihren Gartenschnitt vorbeizubringen. Auch ein Fellbacher Gärtner unterstützt uns“, sagt die 56-Jährige und fügt hinzu, dass gerade am Feinschliff gearbeitet werde. „Wir versuchen, die Deko jedes Jahr etwas anders zu machen. Vielleicht kommen diesmal Blumen dazu.“

Spaß haben auch die „Römer“ Landfrauen, die noch nicht lange dabei sind

Spaß hatten auch die Landfrauen in Rommelshausen als sie 2023 zum ersten Mal den Brunnen vor dem Rathaus Rommelshausen österlich schmückten. „Wir sind eine junge Truppe, die sich 2019 gegründet hat, als die Römer Landfrauen vor der Auflösung waren. Dann kam Corona. Deshalb war erst letztes Jahr Premiere“, sagt die Vorsitzende Evelyn Merz. Problematisch sei der Bestand an Tannenreisig, aber es sei ausreichend, um den Brunnen zu schmücken, für den der Bauhof extra ein Gestell angefertigt habe, das er auch transportiere. „Das Gerüst ist richtig groß, wir brauchen etwa 30 Meter Tannenreisig, deshalb können wir immer Spenden brauchen. Von der Gemeinde werden wir auch unterstützt, aber Helfer sind auch immer toll“, sagt die 65-Jährige.

Die Schorndorfer Landfrauen schmücken am 22. März. In Fellbach ist schon am 19. März Treff zum Girlanden binden, die dann am 23. März an den Brunnen kommen. In Althütte wird am 5. Märzdekoriert. Die Landfrauen in Rommelshausen treffen sich aam 18. März, 10 Uhr, bei Familie Puster, Jägerstraße 48, zum Binden – Helfer und Reisig sind willkommen. Einweihung ist dann am 23. Märzmit süßem Beiwerk.

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