Lange Nacht der Museen in Stuttgart Digitale Schnitzeljagd und ein Lesemarathon

Von leo 

Die lange Nacht der Museen ist inzwischen Kult in der Stadt: Schon zum 18. Mal findet am 14. März die Veranstaltung statt, bei der mehr als neunzig Museen, Einrichtungen und Institutionen mitmachen.

Begehrte Busse: Die Museumsnacht ist so beliebt, dass es  auch mal eng werden kann. Ein möglicher  Abstecher: der Projektraum Lotte in der Willy-Brandt-Straße. Foto: Steinert
Begehrte Busse: Die Museumsnacht ist so beliebt, dass es auch mal eng werden kann. Ein möglicher Abstecher: der Projektraum Lotte in der Willy-Brandt-Straße. Foto: Steinert

Stuttgart - Wer bei Museen an leblose Glasvitrinen, trostlose Ausstellungsstücke und strenge Ordner denkt, ist hier falsch. Bei der langen Nacht der Museen geht es sehr lebendig zu – auch, weil längst nicht mehr nur klassische Ausstellungshäuser bei der Veranstaltung mitmachen. Bei der Bustour am 14. März zu Kunst, Kultur und Party, wie das Stadtmagazin Lift als Veranstalter den Abend nennt, sind mehr als neunzig Institutionen und Orte dabei. Darunter sind der Stuttgarter Hafen, der Bunker am Marktplatz und das kleine, unbekannte Toto-Lotto Museum. Neben den etablierten Häusern machen auch Einrichtungen mit, die im Alltag nicht für jedermann zugänglich sind: so auch die Stuttgarter Zeitung. Zusätzlich zu den Führungen durch die Druckerei, bei denen es auch Einblicke in die redaktionellen und geschichtlichen Hintergründe gibt, lesen drei langjährige StZ-Redakteure abwechselnd aus ihren neuen Büchern vor.

Erik Raidt stellt den Bildband „Stuttgart. Meine Stadt“ vor, den er mit dem Fotografen Eberhard Rapp gemacht hat; Thomas Faltin liest aus seinem Fantasyroman „Die Nacht von Samhain“ vor, der auf der Schwäbischen Alb spielt und Adrienne Braun stellt mit ihrem Buch „Mittendrin und außen vor. Stuttgarts stille Ecken“ ungewöhnliche Orte vor, an denen man zwischen Großbaustelle und Feierabendverkehr zur Ruhe kommen kann vor. Zudem liest sie einige ihrer Kolumnen vor, die samstags in der StZ-Beilage „Die Brücke zur Welt“ erscheinen.

Mit Oldtimern durch die Stadt chauffiert werden

Die Führungen in der Druckerei dauern 40 Minuten, die erste beginnt um 19.30 Uhr, die letzte um 0.50 Uhr. Die Lesungen finden halbstündlich statt und beginnen um 19.15 Uhr (die letzte um 23.46 Uhr). Zu erreichen ist das Pressehaus in Möhringen mit dem Shuttle-Bus von der Haltestelle Möhringen Bahnhof aus.

Ein Höhepunkt bei der langen Nacht ist das Rollende Museum, das zwischen 19 Uhr und Mitternacht zwischen dem Schlossplatz, dem Mercedes-Benz Museum und dem Porsche-Museum verkehrt. Der Chef des Tübinger Boxenstopp-Museums stellt die Oldtimer vor, mit denen die Besucher chauffiert werden.

Schon vor seiner Fertigstellung im Jahr 2017 macht das Stadtmuseum im Wilhelmspalais bei der Museumsnacht mit. Es lädt zu einer digitalen Schnitzeljagd ein – dabei geht es um das Thema „umgenutzt“. Die Teilnehmer erfahren von vielen markanten Gebäuden, Plätzen und Orten, wofür sie ursprünglich genutzt worden sind. Um bei der Schnitzeljagd mitmachen zu können, braucht es eine besondere App (mehr dazu im Infokasten). Aber auch die Klassiker wie das Haus der Geschichte, das Linden-, Kunst- und Löwentormuseum sind dabei.

Schon um 16 Uhr beginnt das Kinderprogramm

Bereits um 16 Uhr beginnen die Angebote für Kinder, die in zehn verschiedenen Einrichtungen stattfinden (dafür gibt es keinen Shuttle-Verkehr). Dazu gehört zum Beispiel eine Führung durch das Doppelhaus von Le Corbusier: Kinder zwischen sieben und elf Jahren erfahren dabei, wie sich der berühmte Architekt vor 88 Jahren modernes Wohnen vorgestellt hat. Basteln können Kinder unter anderem im Stadtlabor, in der Jugendkunstschule, im Kunstmuseum und in der IFA-Galerie.

Gewohnt unkonventionell geht es im LKA-Longhorn zu. Auch hier steckt an diesem Abend ein bisschen StZ drin: Im Backstage-Bereich moderiert der StZ-Redakteur und Buchautor Ingmar Volkmann das LKA Lese-Soundsystem. Musikalisch begleitet von DJ Emilio lässt er Tommy Filimonova zu Wort kommen. Der LKA-Betreiber hat viele Anekdoten zu erzählen, schließlich haben bei ihm schon Nirvana und Eminem gespielt.

Tickets
Die Karten für Erwachsene kosten 17 Euro, für Kinder (von 6 bis 14 Jahre) 4 Euro. Die Tickets gelten als Eintrittskarten für alle beteiligten Häuser und als Fahrschein für das VVS-Netz sowie für die Shuttlebusse. Vorverkauf bei allen Vorverkaufsstellen, unter Telefon 601 54 44 und unter www.lange-nacht.de

Transport
Alle teilnehmenden Häsuer werden von 19 bis 2 Uhr auf verschiedene Touren von SSB-Bussen und der Linie U6 angefahren. Die Oldtimerlinie 21 fährt zwischen Straßenbahnwelt, Hauptbahnhof, Berliner Platz und Staatsgalerie. Es gibt sieben Shuttlebus-Routen, zum Beispiel die Touren Hafen, Wein und Neckar.

Internet
Das komplette Programm steht auf der Internetseite www.lange-nacht.de; wer bei der digitalen Schnitzeljagd des Stadtmuseums mitmachen will, muss sich die App auf sein Handy laden: www.actionbound.com, weitere Infos zum Caching unter www.stadtmuseum- stuttgart.de

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