Die Menschenschlangen sind lang. Seit Anfang des Monats haben das Bürgeramt auf dem Marktplatz sowie die Ortschaftsverwaltungen Höfingen, Gebersheim und Warmbronn wieder für Spontanbesuche geöffnet. Der Andrang war in den ersten Tagen riesengroß und für die Mitarbeitenden nicht zu stemmen. Nun helfen weitere Mitarbeitende aus verschiedenen Ämtern aus.
Andrang ist riesig, genau wie die Wartezeiten
Viele Bürgerinnen und Bürger hatten in den vergangenen Wochen und Monaten vergeblich versucht, einen Termin über die städtische Webseite zu buchen. Deshalb wurde das Online-Terminsystem Anfang April abgeschafft. Doch seitdem ist der Andrang auf das Bürgeramt und die Ortschaftsverwaltungen riesig. Weil die in der Vergangenheit gebuchten Termine aktuell abgearbeitet werden und Personalausfälle hinzukommen, haben nur wenige Leute ohne Termin die Chance, ihre Anliegen vorzubringen.
Mitarbeitende aus anderen Ämtern
„Der Zustand ist weder für die Mitarbeitenden noch für die Bürgerinnen und Bürger zumutbar“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Nun unterstützen ab sofort weitere Mitarbeitende, die eigentlich in anderen Fachbereichen tätig sind, das Bürgeramt. Eine Mitarbeiterin wurde aus dem Gewerbeamt an den Bürgeramt-Schalter beordert, sie bearbeitet Anliegen rund um Personalausweis, Reisepass, Meldebescheinigung und Co. Eine andere, die eigentlich im Bauamt tätig ist, bearbeitet die Behördenpost. Drei Auszubildende bearbeiten die aufgenommenen Anliegen im Hintergrund.
Voraussetzung für die interne Unterstützung ist, dass die Mitarbeitenden bereits zuvor in einem Bürgeramt gearbeitet haben, wie die Stadt weiter mitteilt. Denn wie Dominik Grün, Abteilungsleiter für Sicherheit und Ordnung, betont, seien „die Tätigkeiten im Bürgeramt keinesfalls trivial sondern teils sehr komplex“. Ohne Erfahrung würde es Wochen oder Monate dauern, bis die Helfenden überhaupt eingelernt seien.
Ob externe Firmen helfen können, prüft die Stadt derzeit
Neben der Hilfe aus der Belegschaft prüft die Stadt aktuell, ob externe Unternehmen ebenfalls Abhilfe schaffen und Personal zur Verfügung stellen können. Außerdem haben Stadt und Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung zwei weitere Stellen im Bürgeramt einstimmig beschlossen. Sie werden unmittelbar ausgeschrieben und sind zunächst auf ein Jahr befristet.
Zudem bittet die Stadt: Bei Anliegen, die online bearbeitet oder eingereicht werden können, diese Möglichkeit zu nutzen – etwa bei Abmeldungen ins Ausland oder Meldebescheinigungen. Für viele digitalen Dienstleistungen sind allerdings eine Online-Ausweisfunktion und ein registrierter Zugang zu Service-BW erforderlich. Die Stadt bittet alle Bürgerinnen und Bürger darum, diese und weitere Dienste über www.leonberg.de/Bürgerservice wahrzunehmen und dafür nicht im Bürgeramt zu erscheinen.
Wechsel der Zuständigkeit
Außerdem: Polizeiliche Führungszeugnisse und Gewerbezentralregisterauszüge stellt ab sofort nicht mehr das Bürgeramt, sondern das Gewerbeamt aus. Es befindet sich im zweiten Obergeschoss des Alten Rathauses, Schilder weisen den Weg, es müssen keine Marken im Eingangsbereich gezogen werden. Für den Antrag von Ausweisdokumenten, besonders für den Reisepass, empfiehlt die Stadt, sich online oder telefonisch beim Auswärtigen Amt zu informieren.
Stadt informiert weiter – Entspannung ist vorerst jedoch nicht in Sicht
Die Stadt wird die Bürgerinnen und Bürger über die aktuelle Lage im Bürgeramt weiter informieren. Wenn möglich wird online angegeben, wie viele Wartemarken am Morgen und am Mittag ausgegeben werden können. Darüber hinaus steht ein Text mit häufig gestellten Fragen rund um das Bürgeramt online. „Trotz der vielen Maßnahmen wird nicht alles unmittelbar reibungslos funktionieren“, schreibt die Stadt zum Schluss. Es werde auch weiterhin zu längeren Wartezeiten kommen. Erst, wenn die Mitarbeitenden aus dem Krankenstand zurück und die gebuchten Termine abgearbeitet sind, geht die Verwaltung von einer Entspannung aus.