Lauf für Kinderrechte Viele Meter für den guten Zweck
Bei der Kombination aus 24-Tage- und 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen über 100 000 Kilometer zurück.
Bei der Kombination aus 24-Tage- und 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen über 100 000 Kilometer zurück.
Nach zwei Stadionrunden bei 35 Grad war Muhterem Aras „völlig aus der Puste“, wie die Landtagspräsidentin später einräumte. Als Schirmherrin des Laufes für Kinderrechte der Stuttgarter Kinderstiftung wollte Aras nicht nur ihren Namen für die gemeinnützige Aktion hergeben, sondern schnürte am Sonntagmittag bei prallem Sonnenschein auch selber ihre Laufschuhe, um sich einzureihen in die große Läuferschar.
Weil sie die Anstrengung am eigenen Leib spürte, war bei Aras der Respekt vor der Leistung vieler anderer, die auf der Laufbahn auf dem Vaihinger Sportgelände der Uni Stuttgart noch deutlich mehr Runden drehten als sie, noch einmal größer als sonst. „Ihr habt Gigantisches geleistet, bei solch einer Hitze so etwas auf euch zu nehmen“, rief die Präsidentin des baden-württembergischen Landtags allen Teilnehmenden zu, die noch zur Siegerehrung auf dem Gelände geblieben waren.
Aras‘ Schirmherrschaftspartner, Stuttgarts OB Frank Nopper, hatte am Samstagmittag den Startschuss gegeben. Rund 700 Läuferinnen und Läufer jeglichen Alters waren in 30 Teams innerhalb der folgenden 24 Stunden auf der Tartanbahn unterwegs. Manche ganz sportlich, andere auch mal als Fußgänger mit Sonnenschutzschirm und Kinderwagen. Die größte Gesamtstrecke legten dabei die 96 Teilnehmenden vom Team Marienschule Stuttgart-Süd mit 1701 Kilometern hin. Insgesamt kamen 7444 Kilometer oder 18 610 Stadionrunden zusammen.
Geehrt mit handgearbeiteten Holzpokalen aus der Werkstatt des Behindertenzentrums BHZ wurden auch die Besten des vorangegangenen 24-Tage-Laufs. Dort hatten sich über 900 Teilnehmer in 40 Teams registrieren lassen und ihre zurückgelegten Kilometer täglich in die Datenbank eingetragen. Die 160 Läufer des Teams der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC kamen dabei auf den Bestwert von 22 520 Kilometer, knapp ein Viertel der insgesamt zusammengekommenen 95 583 Kilometer.
Die mit 420 Kilometer im Durchschnitt beste Mannschaftsleistung brachte das „Team 44“. Mit 700 Kilometern steuerte Dorothea Wältken („Ich bin fast jeden Morgen zehn Kilometer zum Bäcker gelaufen“) dabei deutlich mehr zur Gesamtleistung bei als ihr Ehemann Peter (140 km) und der alle Strecken mitlaufende Familienhund. Die längste Strecke, die ein Kind in den 24 Tagen zusammenbrachte, hatte der neunjährige Benni mit 194 Kilometern erbracht.
Aus den in Zusammenhang mit den gelaufenen Strecken zusammenkommenden Spenden finanziert die Stuttgarter Kinderstiftung zehn Projekte, die von einer Jugendjury unter 25 eingegangenen Anträgen ausgewählt wurden. Im Vorjahr waren dies rund 40 000 Euro Spendengelder, seit dem Beginn des Projekt im Jahr 2006 sind es über 400 000 Euro gewesen.