Hohen Besuch hatte der Arbeitskreis Frauen der Bürgerinitiative gegen die Bebauung des Schanzackers am Montagabend. Der Arbeitskreis hatte Justizministerin Marion Gentges vor einigen Wochen unter dem Arbeitstitel „Abendspaziergang“ zu einer gemeinsamen Begehung des Areals rund um das Asperger Freibad und den Schanzacker eingeladen. Das Zeitfenster sollte bewusst am frühen Abend liegen, um einen realistischen Eindruck der Verhältnisse vor Ort speziell bei Dämmerung beziehungsweise bei einbrechender Dunkelheit zu bekommen.
In der Sache auseinander
14 AK-Mitglieder nahmen an der Runde mit Marion Gentges und dem Leitenden Regierungsdirektor Markus Rothfuß, der auch Leiter des Ankunftszentrums Heidelberg ist, teil. 45 Minuten dauerte der Spaziergang, danach tauschte man sich weitere dreieinhalb Stunden aus. Im Verlauf des Gesprächs brachte der AK Frauen noch einmal die Forderungen der BI vor, den Aspekt der öffentlichen Sicherheit bei den Lea-Planungen zu berücksichtigen, und wiederholte die Kritik am Standort Schanzacker sowie am bisherigen Lea-Konzept des Landes.
Nach dem Termin zog die Sprecherin des AK Frauen ein positives Resümee. In der Sache sei man nach wie vor ziemlich weit auseinander – doch das sei auch nicht anders zu erwarten gewesen. „Allerdings hatten wir hier und heute zum ersten Mal überhaupt den Eindruck, dass sich innerhalb der Landesregierung jemand für die berechtigten Sicherheitsinteressen von uns Frauen interessiert. Aus unserer Sicht wurde dieses Thema von der Regierung Kretschmann in der Vergangenheit sträflich vernachlässigt. Das darf sich so nicht fortsetzen.“
Demo am Sonntag
Den Besuch der Ministerin werte man auch als ein Signal der Landesregierung, dass das Thema dort endlich ernst genommen werde und zukünftig hoffentlich die Aufmerksamkeit erhalte, die es verdiene. „Wir hoffen nun darauf, dass Ministerin Gentges aus den heute gesammelten Eindrücken die richtigen Schlüsse zieht und die Planungen für eine Lea Schanzacker umgehend aufgibt“, heißt es in einer Pressemitteilung der BI. „Des Weiteren sollte das Land einsehen, dass die Landeserstaufnahmeeinrichtungen bisheriger Bauart schnellstmöglich durch ein Modell von deutlich kleineren Einheiten ersetzt werden müssen.“
Am Sonntag, 3. März, veranstaltet die BI um 14 Uhr in Tamm auf dem Rathausplatz erneut eine Demo. Sie ist die erste von weiteren öffentlichen Veranstaltungen in diesem Jahr und gleichzeitig das einjährige Jubiläum zur Gründung der Bürgerinitiative, so Sprecher Walker. Es wird einen Überblick zum aktuellen Stand Schanzacker geben, die BI wird von ihren Aktivitäten berichten und einen Ausblick auf das Jahr 2024 geben.