ExklusivLebensmittelkontrolle in Baden-Württemberg Spezialeinheit fürs ganze Land

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Vor allem die großen Skandale im Bereich von Lebensmitteln und Tierfutter soll eine neue Task Force bekämpfen. Die landesweit agierende Truppe wird jetzt von Verbrauchernminister Alexander Bonde (Grüne) eingerichtet.

Lebensmittelkontrolleure kontrollieren die ordnungsgemäße Lagerung und Qualität von Döner-Fleisch (Symbolbild). Foto: dpa
Lebensmittelkontrolleure kontrollieren die ordnungsgemäße Lagerung und Qualität von Döner-Fleisch (Symbolbild). Foto: dpa

Stuttgart - Die jüngsten Lebensmittelskandale dürften den Verbrauchern noch in Erinnerung sein: 2011 erkrankten in der sogenannten Ehec-Krise mehr als 4000 Menschen, 53 starben an dem Darmkeim, der über ägyptischen Bockshornkleesamen nach Deutschland gelangte. Zunächst waren spanische Gurken als Keimträger in Verdacht geraten. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hält den Fall allerdings noch immer nicht für restlos aufgeklärt. Noch deutlicher wurden 2013 die internationalen Verflechtungen der Warenströme im Pferdefleischskandal. Rumänisches Pferdefleisch wurde als Rindfleisch verkauft oder falsch deklariert in Fertiggerichten wie Lasagne verarbeitet.

Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) verstärkt nun die Lebensmittel- und Futterüberwachung, um für europaweiten Lebensmittelskandale wie diese besser gerüstet zu sein. An diesem Montag nimmt das neue Landeskontrollteam „Lebensmittelsicherheit Baden-Württemberg“ (LKL BW) seine Arbeit auf. „Damit geht das Land neue Wege für mehr Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit“, erklärt der Minister. Das Kontrollteam sei landesweit zuständig für die großen Fälle. Es übernehme die Koordination und unterstütze die vor Ort zuständigen Behörden mit einem interdisziplinären Expertenteam.

Kabinett billigt 17,5 Stellen

Wolfram Martens wird Chef der neuen Einheit sein. Der Professor leitete zuletzt das Amt für Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen im Landkreis Emmendingen. Das Team soll in den nächsten Monaten aufgebaut werden. Das Kabinett hatte im Frühjahr diesen Jahres 17,5 neue Stellen für Bondes schnelle Eingreiftruppe gebilligt. 1,4 Millionen Euro stehen dafür einschließlich Sachmitteln jährlich zur Verfügung.