Legale Downhill-Strecke für Mountainbiker Viel Verkehr auf dem neuen „Woodpecker-Trail“

Der schnellste  Weg in den Stuttgarter Talkessel ist sehr gefragt.. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 13 Bilder
Der schnellste Weg in den Stuttgarter Talkessel ist sehr gefragt.. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Mehrere Hundert Mountainbiker haben am Wochenende die kurvenreiche Steilstrecke zwischen Degerloch und dem Stuttgarter Süden getestet. Staus gab es vor allem an den Haltestellen des Nahverkehrs, den die Radler für die Bergfahrt benutzen.

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Stuttgart - Seit Samstag ging es in Stuttgart rasant bergab: Mehrere Hundert Mountainbiker haben am Wochenende die neue Downhill-Strecke – den „Woodpecker-Trail“ von Degerloch hinunter in den Stuttgarter Süden – mehrfach unter ihre Reifen genommen. Am Samstagmittag gab es an der Haltestelle der Zahnradbahn am Marienplatz einen großen Fahrradstau. Dort mussten rund 40 Downhillfans auf die Auffahrt nach Degerloch warten, weil der Fahrradwagen einer Zacke nicht annähernd genug Platz für alle Räder bot. Auch am Charlottenplatz warteten viele Radler geduldig auf nach Degerloch fahrende Stadtbahnen.

 

Auf Schutzkleidung wird wert gelegt

Zu diesem Zeitpunkt herrschte am Startpunkt der unterhalb des Albplatzes liegenden Downhill-Strecke, die am Freitag eröffnet worden war, bereits großer Andrang. Etwa 50 Fahrer – fast alle mit Motocross-Helm sowie Rücken- und Beinprotektoren ausgerüstet – warteten darauf, sich von der Startrampe in die Tiefe stürzen zu können. „Fahrer ohne Helm und Schutzkleidung haben wir nicht auf den Trail gelassen“, betonte Jannick Henzler, Sprecher der AG Downhill Stuttgart.

Die Fahrt über die etwa einen Kilometer lange Strecke mit zahlreichen Rampen und Kurven sowie einem Höhenunterschied von 120 Metern dauerte – je nach den Fähigkeiten der Fahrerinnen und Fahrer – zwischen zwei und vier Minuten. Am Ziel mussten Rot-Kreuz-Helfer aber „nur ein paar Pflaster“ verteilen. Etliche Downhillfahrräder erlitten hingegen mit gerissener Kette, gebrochenen Speichen oder gar verbogenen Felgen deutlich schwerere Blessuren. Viele Downhiller zeigten nach ihrer rasanten Abfahrt auch auf der steilen Bergstrecke zum Startpunkt ihre fahrerischen Qualitäten. Unterwegs hatten die meisten auch noch genug Luft, um talwärts flanierende Spaziergänger freundlich zu grüßen.

Radsportler mit weiter Anreise

„Ich finde es supertoll, dass es jetzt mitten in einer Großstadt einen Downhillstrecke mit optimalem Anschluss an den Nahverkehr gibt“, sagte der 23 Jahre alte Lukas. Er war mit seinem Freund Thilo aus Friedrichshafen nach Stuttgart gekommen, um den neuen Trail zu testen. „Bei unseren Bergstrecken in der Schweiz und in Österreich liegt jetzt halt schon Schnee.“

Auch Raimund Prick fand es „absolut Klasse, was jetzt hier abgeht. So eine Strecke hat in Stuttgart gefehlt.“ Der 53-Jährige ist schon lange ein passionierter Mountainbiker und Fahrradschrauber. Als 17-Jähriger hatte er auf einer USA-Reise Downhillräder entdeckt. In Stuttgart hat er sich danach einen Rahmen aus dicken Stahlrohren zusammenschweißen lassen und dicke Reifen in den Staaten bestellt. „Dann ging es bergab, aber ungefedert.“




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