Leinfelden-Echterdingen Beim Krautfest bekommt das Ehrenamt nun Hilfe

Von Natalie Kanter 

Seit 40 Jahren stemmen Vereine aus Leinfelden-Echterdingen Deutschlands größte Krauthocketse. Zuletzt kamen mehr als 50  000 Besucher. Insbesondere in Echterdingen stoßen die ehrenamtlichen Kräfte mittlerweile an ihre Grenzen. Das soll sich ändern.

Besuchermagnet Filderkrautfest: Deutschlands größte Krauthocketse wird auch in diesem Jahr wieder sehr viele Menschen nach Leinfelden-Echterdingen locken. Foto: Malte  Klein
Besuchermagnet Filderkrautfest: Deutschlands größte Krauthocketse wird auch in diesem Jahr wieder sehr viele Menschen nach Leinfelden-Echterdingen locken. Foto: Malte Klein

Leinfelden-Echterdingen - Mehr als 50 000 Menschen haben im vergangenen Jahr das Filderkrautfest besucht. „Bereits Samstagmittag waren die Essensstände leergekauft“, erinnert sich Ralf Schröder, der Vorsitzende der Echterdinger Werbegemeinschaft. Auch an diesem dritten Oktoberwochenende, wenn örtliche Vereine dann zum 40. Mal Deutschlands größte Krauthocketse ausrichten, werden wieder mehrere zehntausend Besucher in L.-E. erwartet.

Die ehrenamtlichen Kräfte kommen bei der Organisation des Events jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Deshalb soll nun ein Mann, der sich bereits für das Fest ehrenamtlich engagiert, auf 450-Euro-Basis angestellt werden. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen, der Echterdinger Vereinsring und die Werbegemeinschaft werden dazu eine Unternehmergesellschaft (UG) gründen. An deren Gründung und an der Geschäftsführung wird sich die Kommune mit 4500 Euro beteiligen.

Kommunalpolitik gibt grünes Licht

Der zuständige Fachausschuss des Gemeinderates hat am Dienstag grünes Licht gegeben. Auf Druck der L. E.-Bürger/FDP und der Freien Wähler muss die Kommune aber genauso verfahren, wenn ähnliche Anfragen aus anderen am Krautfest beteiligten Stadtteilen kommen.

Der Geschäftsführer der UG soll insbesondere die administrativen Dinge übernehmen und so das Ehrenamt ein Stück weit entlasten. Denn genau diese Aufgaben werden immer mehr. Ein Beirat, bestehend aus ehrenamtlichen Kräften, soll dem Mann mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Das Ganze läuft zunächst auf Probe. „Bis in einem Jahr können wir sagen, ob wir die Gesellschaft auf die anderen Ortsteile, die an dem Krautfest teilnehmen, ausweiten“, sagt dazu Klaus Peter Wagner, Stadtmarketingchef von L.-E. unserer Zeitung. Und erklärt: „Wir haben hier ein riesiges Fest, das ausschließlich von Ehrenamtlichen getragen wird“. Die Stadt rühre zwar jedes Jahr aufs Neue die Werbetrommel. Das Ordnungsamt und die Polizei haben die Sicherheit und den Brandschutz im Blick. Die Stadt bezahlt auch den privaten Sicherheitsdienst, der neben der Polizei auf dem Fest für Recht und Ordnung sorgt. Die „eigentliche Organisation und Umsetzung des Festes aber übernimmt bisher allein das Ehrenamt“, sagt Wagner. Und: „Die Vereine haben hier jede Menge zu tun.“

Die Sicherheit liegt den Veranstaltern am Herzen

Allein in Echterdingen gilt es hundert Stände aufzubauen, berichtet Vereinsringchef Thomas Stierle. Zuvor müssen diese bei den Veranstaltern angemeldet werden. Die Vorgaben des Gesetzgebers seien in den vergangenen Jahren stark gestiegen. „Und die Sicherheit liegt uns sehr am Herzen“, erklärt er. Bevor das Fest begingen kann, gilt es beispielsweise mögliche Stolperfallen zu finden und alle Anschlüsse zu überprüfen. In diesem Jahr will man die Stände auf der Bernhäuser Straße etwas entzerren. Damit es dort bei einem Besucheransturm nicht zu eng werden kann.

Thomas Stierle und Ralf Schröder wollen die Sache mit der Unternehmergesellschaft nicht falsch verstanden wissen. „Uns ist die Arbeit nicht zu viel“, stellt Stierle klar. Und Schröder sagt: „Das Fest soll ein Vereinsfest bleiben“. Die UG sei auch nicht auf Gewinn ausgerichtet. Man wolle also gewachsene Strukturen nicht verändern. Es werde beispielsweise auch künftig keine zentrale Getränkebeschaffung geben. Dennoch gelte es, das Fest zukunftssicher zu machen, legt Stierle nach. Denn immer weniger Menschen seien bereit, so viele Stunden im Ehrenamt zu leisten. „Wenn die alte Garde mal wegbricht, sieht es mau aus“, sagt er. Man finde schon junge Leute, die sich für das Krautfest engagieren wollen, ergänzt Schröder. Sie seien aber eher für eine Projektarbeit zu gewinnen.

Die UG bietet auch den Vorteil, dass man künftig Praktikumsplätze anbieten und so junge Menschen möglicherweise für das Vereinsleben begeistern könne.




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