Leinfelden-Echterdingen Neues Hallenbad wird konkreter

Von Philipp Braitinger 

Das marode Gartenhallenbad in Leinfelden wird abgerissen und neu gebaut. Zuletzt hing ein Damoklesschwert über dem Gebäude. Auf eine Sauna will die Stadt verzichten – aus Kostengründen.

Die Sanierung des Gartenhallenbades in Leinfelden war immer wieder verschoben worden. Foto: dpa/Franziska Kraufmann
Die Sanierung des Gartenhallenbades in Leinfelden war immer wieder verschoben worden. Foto: dpa/Franziska Kraufmann

Leinfelden - Lange wurde um die beste Lösung gerungen. Inzwischen steht fest, dass das Gartenhallenbad in Leinfelden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Während der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses (TA) am Dienstag stellte Manfred Kern vom Amt für Schulen, Jugend und Vereine die Raumplanung für das neue Bad vor. Das Raumprogramm, das die Stadträte im TA einstimmig befürworteten, sei in reger Abstimmung mit verschiedenen Vereinen ausgearbeitet worden, versicherte Kern.

Das neue Hallenbad soll unter anderem ein Kinderplanschbecken mit Rutsche, einen Picknick- und Aufenthaltsbereich sowie einen Zugang zu ausreichend großen Liegeflächen draußen bieten. Auch ein Ein- und Dreimetersprungturm soll gebaut werden, ebenso wie ein Lehrbecken mit abfallender Wassertiefe.

Das Bad wurde wegen Corona ohnehin geschlossen

Eine Sauna wird es zukünftig nicht mehr geben. „Das ist einfach nicht wirtschaftlich“, erklärte Kern. Neben den Investitionskosten von 3,5 Millionen Euro seien es vor allem die Betriebskosten von 430 000 Euro im Jahr, die die Stadt dazu bewogen haben, im zukünftigen Hallenbad von einer Sauna abzusehen. „Es wäre aus unserer Sicht nicht zu vertreten“, erklärte Kern.

Dass das Hallenbad, eröffnet im Jahr 1965 und zwischen 1992 und 1993 saniert, dringend eine bauliche und vor allem technische Ertüchtigung braucht, ist seit Jahren bekannt. Zuletzt hing der Ausfall der Technik und eine damit verbundene plötzliche Schließung des Bades wie ein Damoklesschwert über dem Betrieb. Im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurde das Bad nun allerdings ohnehin geschlossen.

Wäre das Bad zu sanieren gewesen?

In der Vergangenheit scheiterte eine bauliche Ertüchtigung am fehlenden Personal für die Planung und an den finanziellen Mitteln der Stadt. „Wir haben es von Haushalt zu Haushalt geschoben“, erinnerte sich die Baubürgermeisterin Eva Noller. Neben einem Neubau stand auch eine umfassende Sanierung des bestehenden Bades im Raum. Eine Untersuchung habe allerdings ergeben, dass ein Neubau wirtschaftlicher sei als eine Sanierung. Darauf wies die Bürgermeisterin Noller während der Sitzung des TA hin.

Nachdem der TA dem vorgeschlagenen Raumprogramm zugestimmt hat, soll in einem nächsten Schritt ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Mit der Durchführung des Verfahrens soll das Büro Kohler Grohe Architekten aus Stuttgart beauftragt werden. Allein die Kosten zur Durchführung des Wettbewerbsverfahrens belaufen sich auf geschätzte 171 500 Euro. Sollte der Gemeinderat am 28. Juli den Plänen und dem weiteren Vorgehen ebenfalls zustimmen, rechnet die Stadtverwaltung mit eineinhalb Jahren für die Planung und weiteren eineinhalb Jahren für den Bau. Die Kosten für den Neubau stehen noch nicht fest. Die Verwaltung geht allerdings von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag aus.

Was aus der Kino-Turnhalle wird

Eine Mehrzweckhalle, die als Ersatz für die Kino-Turnhalle dienen sollte, soll auch aus Kostengründen nicht mehr als Anbau an das Hallenbad, sondern zu einem späteren Zeitpunkt als Ersatz der Aula der benachbarten Ludwig-Uhland-Schule gebaut werden. Die alte Sportstätte nahe der Filderhalle ist, wie das Hallenbad, in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig. Sie dient unter anderem den Garden der Gesellschaft zur Förderung von Tanzsport und bodenständigem Brauchtum (GFTB) als Trainingsstätte. Wann die neue Mehrzweckturnhalle gebaut wird, steht allerdings mit der jetzigen Entscheidung gegen einen Bau zusammen mit dem Hallenbad in den Sternen. Bis zum Neubau soll die Kino-Turnhalle „bis auf Weiteres“ weiterbetrieben werden, wie die Stadtverwaltung in ihrer Sitzungsvorlage schreibt.




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