Leinfelden-Echterdingen Wie gewinnt und hält man Mitarbeiter?

Die Heimleiterin Rosemarie Amos-Ziegler (Dritte von rechts) berichtet beim Business-Talk Faktor A, wie sie  Mitarbeiter findet und hält. Foto: Malte Klein
Die Heimleiterin Rosemarie Amos-Ziegler (Dritte von rechts) berichtet beim Business-Talk Faktor A, wie sie Mitarbeiter findet und hält. Foto: Malte Klein

Beim Business Talk der Agentur für Arbeit in der Echterdinger Zehntscheuer haben Firmenvertreter darüber gesprochen, wie man in Zeiten des Fachkräftemangels gute Angestellte findet und sicherstellt, dass diese auch bleiben.

Lokales: Malte Klein (mfk)

Echterdingen - Licht und Schatten liegen in Leinfelden-Echterdingen dicht beieinander: Auf der einen Seite boomt die Wirtschaft in der Stadt. Doch auf der anderen Seite finden Arbeitgeber in Branchen, in denen niedrige Löhne gezahlt werden, nur schwer Arbeitnehmer. So brachte es Leinfelden-Echterdingens Oberbürgermeister Roland Klenk am Donnerstag in der Echterdinger Zehntscheuer beim Business Talk der Agentur für Arbeit auf den Punkt. Zu diesem hatte die Institution Vertreter von kleinen und mittleren Unternehmen eingeladen. Sie sollten Impulse bekommen, wie sie Fachkräfte gewinnen können.

Klenk, der zu einem Grußwort eingeladen war, sprach davon, dass Hotels und Restaurants Schwierigkeiten haben, Mitarbeiter zu finden, die sich die hohen Mieten leisten könnten. Dabei gebe es in der Stadt die zweitmeisten Übernachtungen in der Region Stuttgart. Klenk sagte, die Stadt wolle „richtig Gas geben“, um neue Wohngebiete zu schaffen.

Die Last auf weniger Schultern verteilen

Während der Podiumsdiskussion sprachen Rosemarie Amos-Ziegler von der Wohngemeinschaft für Senioren und Gudrun Leibbrand von Speick Naturkosmetik darüber, wie sie trotz der schwierigen Situation auf dem Wohnungsmarkt Fachkräfte gewinnen und diese dann halten können.

Amos-Ziegler nannte eine ganze Menge Ansätze, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht hat und die ihren Betrieb, wie sie sagt, von anderen unterscheiden. „Wir haben mehr Mitarbeiter, so dass sie weniger Senioren pflegen müssen und nicht so ausgepowert sind.“ Außerdem könnten Mitarbeiter ihre Kinder zur Arbeit mitbringen. Je nach Stelle könnten sie auch von zu Hause aus arbeiten und das Betriebsklima sei wichtig. „Wir feiern sehr gerne und tun das natürlich auch, wenn wir eine Auszeichnung bekommen.“

Den Mitarbeitern einen verlässlichen Job geben

Bei der Arbeit mit den 197 Mitarbeitern im Haus komme es darauf an, „den Schatz in jedem Einzelnen zu entdecken“ und zu schauen, wo sie die optimale Arbeit leisten könnten. Ein besonderes Erlebnis ist ihr im Gedächtnis geblieben: „Ein Schüler durfte nicht mit auf Klassenfahrt nach Berlin und hat quasi als Strafarbeit ein Praktikum bei uns machen müssen. Ihm hat es dann bei uns so gut gefallen, dass er doch keine Schreinerlehre gemacht, sondern bei uns als Altenpfleger gelernt hat.“

Einen anderen Ansatz verfolgt die Firma Speick Naturkosmetik aus Leinfelden. „Unserem Gründer war es schon 1928 wichtig, unseren Mitarbeitern einen verlässlichen Job zu geben. Diese Philosophie haben wir immer zeitgerecht gestaltet“, sagte die Marketingleiterin Gudrun Leibbrand. Das Ergebnis sei etwa, dass Speick bereits seit 1952 eine Mitarbeitervertretung hat. „Das hat Vorteile für beide Seiten.“ Außerdem arbeite die Firma mit vielen Studenten zusammen und betreue Bachelor- und Masterarbeiten. „Und uns ist wichtig, dass neue Mitarbeiter ins Team passen.“

Regina Zimmermann, die Teamleiterin der Agentur für Arbeit vom Arbeitgeberservice aus Echterdingen, gab den Firmenvertretern im Publikum noch Tipps für die Suche nach Mitarbeitern: „Veröffentlichen Sie Ihr Stellenangebot in unserer bundesweiten Jobbörse.“




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