Das Problem liegt auf der Hand. Es gibt zu wenig Erzieherinnen und Erzieher. Und den Kommunen fehlt das Geld. Da liegt die Lösung nahe. Geplagte Eltern wollen lieber größere Gruppen als gar keine Betreuung. Und zur Wahrheit gehört auch, dass der Betreuungsschlüssel in Baden-Württemberg bei den Kleinkindern spitze ist. In keinem Bundesland kommen weniger unter Dreijährige auf eine Fachkraft als im Südwesten. Eine Aufweichung der Gruppengrößen hierzulande erscheint da durchaus vertretbar.
Die Grünen-Chefin Lena Schwelling hat recht. Angesichts der Lage müssen wir uns von lieb gewonnenen Standards verabschieden. Das ist aber bei Bauvorgaben einfacher als bei Betreuungsfragen. Da ist die Frage, zu wessen Lasten die Veränderungen gehen. Bei der Betreuung hat die Flexibilität Grenzen. Der Beruf der Erzieherinnen ist strapaziös und nervenaufreibend. Mehr Kinder in einer Gruppe machen ihn nicht gerade attraktiver. Dass als Folge der Ausweitung der Gruppen noch mehr pädagogische Fachkräfte abwandern, kann niemand wollen.
Jemand muss den Fachkräften zur Seite stehen
Es braucht die gemeinsame Anstrengung aller, um das Problem zu lösen. Quereinsteiger, Freiwilligendienstleister, vielleicht auch Ruheständler, könnten den Fachkräften zur Seite stehen. Entlastung ist auch möglich, wenn bürokratische Aufgaben wie ausufernde Dokumentationspflichten wegfallen. Dann wäre es vertretbar, die Gruppengrößen bis zu einem gewissen Grad anzuheben.