Leonberg: Ausstellung von 19 Skulpturen Die Grenzüberschreitungen haben große Strahlkraft

Von Brunhilde Arnold 

Skulpturen auf der alten Autobahntrasse stoßen auf reges Interesse. Frust über Schmierereien.

Christina Ossowski (rechts) an einer verschandelten Skulptur auf der alten Autobahntrasse. Foto: factum/Bach
Christina Ossowski (rechts) an einer verschandelten Skulptur auf der alten Autobahntrasse. Foto: factum/Bach

Leonberg - Riesengroß war das Interesse an der Ausstellung von 19 Steinmetzarbeiten auf der alten Autobahntrasse. Fast 100 Kunstfreunde waren am Sonntag gekommen, um sich von Christina Ossowski über das Gelände führen zu lassen. Die Kulturamtsleiterin war mit dem Steinbildhauer Andreas Geisselhardt die Wegbereiterin für die Skulpturenpräsentation namens „Grenzüberschreitungen erleben“.

Gleich zu Beginn erfuhren die Besucher in der Tat von Grenzüberschreitungen, aber solche der unschönen Art. Die Skulptur „Im Zwischenraum“ der Leonberger Katja Geisselhardt und Ralf Ziegler war mutwillig beschmiert und umgestoßen worden und musste entfernt werden. Ein weiteres Kunstwerk von Katja und Andreas Geisselhardt war ebenfalls von Unbekannten mit Farbe verunstaltet worden. Diese konnte aber wieder entfernt werden.

Entfernung der Schmierereien wird schwierig

Schlimmer sieht es bei der stilisierten Ampel von Peter Volz aus. Die Stele aus ­rotem Mainsandstein ist über und über mit Symbolen, unter anderem einem Hakenkreuz, besprüht worden. Für den Künstler ein herber Schlag. Das Entfernen der Schmierereien könnte schwierig werden, weil die Oberflächenstruktur des schönen Steins nicht glatt, sondern behauen ist. „Vielleicht probieren wir es“, meinte der Sindelfinger, vielleicht lasse man es aber auch. Christina Ossowski kann sich ebenfalls vorstellen, das Kunstwerk für die Laufzeit der Ausstellung so stehen zu lassen, „vielleicht als Mahnmal.“ Andreas Geisselhardt sagte , dass er wegen all der Sachbeschädigungen bei der Ausstellung Anzeige bei der Polizei erstattet habe.

Die 18 Skulpturen auf dem ausgedehnten Grünstreifen mit den herrlichen Ausblicken über die Stadt erzählen viele interessante Geschichten – von den Gegensätzen zwischen Technik, Mensch und Natur oder beziehungsweise deren Miteinander.

Ganz unterschiedliche Materialien

So verschiedenartig wie die Kunstwerke sind, ist das Material. Da ist heller Marmor ebenso zu sehen, wie schwere Granitbrocken oder Sandstein in verschiedenen Farben. Fast alle Kunstwerke aber korrespondieren mit einem Block aus gepresstem Autoschrott. Wie vielfältig in Form und Farbe der automobile Abfall sein kann, erschließt sich erst bei näherem Betrachten.

„Die wahrscheinlich innigste Verbindung zwischen Würfel und Stein“, so Kulturamtschefin Ossowski, stelle die Skulptur „Flora“ von Harry Bergmann dar. Aus dem Autoschrott wächst eine steinerne Pflanze, und – wie es die Natur will – es sprießen schon echte Kräuter. „Jetzt wird es echt leonbergerisch“, sagte Ossowski, als sie die Gäste zur Skulptur von Herbert Wink aus Pleidelsheim führt. Der Vater von Katja Geisselhardt hat aus Schwarzwälder Granit Pferde geformt, die an den Leon­berger Pferdemarkt erinnern sollen.




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