Leonberg Engelbergtunnel: Nach der Sperrung ist vor der Sperrung
Der Engelbergtunnel ist nach einem Fehlalarm der Brandmeldeanlage jüngst erneut dicht gewesen. Und das war nicht das letzte Mal. Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit.
Der Engelbergtunnel ist nach einem Fehlalarm der Brandmeldeanlage jüngst erneut dicht gewesen. Und das war nicht das letzte Mal. Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit.
Der Engelbergtunnel war dicht – wieder einmal. In der Nacht von Montag auf Dienstag ging von kurz vor drei bis kurz vor vier Uhr in beiden Röhren gar nichts mehr. Grund dafür war ein Fehlalarm der Brandmeldeanlage. „Gebrannt hat es allerdings nicht“, wie Yvonne Schächtele, Sprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, auf Nachfrage mitteilt.
Laut dem Leonberger Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann rückten die Feuerwehren aus Leonberg, Gerlingen und Ditzingen an, mit insgesamt elf Fahrzeugen und 48 Personen Besatzung. Die Brandschützer kontrollierten beide Tunnelröhren, fanden die Ursache des Alarms – und nach gut einer Stunde konnte der Verkehr wieder fließen. Nennenswerte Beeinträchtigungen entstanden nicht. „Ein paar Betroffene dürfte es aber schon gegeben haben“, fügt Yvonne Schächtele hinzu.
Häufen sich die Vorfälle, bei denen der Engelbergtunnel spontan gesperrt werden muss? Im Juni war dies schon einmal der Fall. Nicht zu vergessen Anfang des Jahres, als ein kleines Teil der zentralen Steuerungskomponente für die elektronischen Verkehrszeichen kaputtging – und die komplette Region viele Stunden lang ins Chaos stürzte.
Nachgefragt bei der Betreiberin, der Autobahn GmbH des Bundes: 2022 habe der Tunnel insgesamt neunmal in der Zeit von 22 bis 5 Uhr planmäßig voll gesperrt werden müssen, sagt Pressesprecherin Petra Hentschel. Das entspreche 63 Stunden Vollsperrung bei insgesamt 8760 Betriebsstunden des Tunnels im Jahr 2022. Unplanmäßige Vollsperrungen aufgrund technischer Meldungen gab es im vergangenen Jahr 14-mal. Elfmal habe die Sperrung weniger als eine Stunde gedauert. „Solche Ereignisse wären im Normalbetrieb deutlicher geringer. Da der Engelbergtunnel aber unter laufendem Betrieb saniert wird, kann es – zum Beispiel durch Staubaufwirbelungen – dazu kommen, dass die sensiblen Detektoren der Betriebstechnik Alarm auslösen.“ Vollsperrungen seien jedoch nicht vollständig vermeidbar, da nicht alle Arbeiten stattfinden könnten, während der Verkehr fließe.
Unrund lief derweil vor eineinhalb Wochen das Aufspielen eines Software-Updates. Der Tunnel war in der Nacht von Samstag auf Sonntag komplett gesperrt, und zwar fast drei Stunden länger als geplant. Und es muss, damit alles richtig funktioniert, noch eine weitere Vollsperrung her: am Sonntag, 17. September, in den frühen Morgenstunden von 0 bis 6 Uhr. „Um den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, finden die Arbeiten nachts in der verkehrsarmen Zeit statt“, teilt die Autobahn GmbH auf Nachfrage mit. Und es nimmt kein Ende. Für die Beseitigung von Fahrbahnschäden muss zusätzlich vom 15. September (20 Uhr) bis 18. September (5 Uhr) – und an diesem Tag noch einmal von 10 bis 15 Uhr – der dritte Fahrstreifen in der Weströhre gesperrt werden. In diesem Zeitraum stehen den VerkehrsteilnehmerInnen in Fahrtrichtung München/Karlsruhe nur zwei Fahrstreifen zur Verfügung.
Die Arbeiten zur Bauphase vier, der letzten Bauphase in der Weströhre des Engelbergtunnels, sind derweil planmäßig gestartet. Das Ende der Sanierung dieser Röhre wird für Sommer 2024 erwartet.