Leonberg „Gemeinsam mit anderen Gutes tun, tut gut“

Von Ulrike Otto 

Stadtteilspaziergang im Leonberger Teilort Warmbronn: Beim Gemeindeverein redet man nicht lang, sondern packt die Dinge an. „Wir sind die Schaffer“, sagt Christiane Hug-von Lieven, die Vorsitzende des Vereins.

Das Bürgerhaus (l.)  ist  ein „Schmuckstück“, findet Christiane Hug-von Lieven, die Vorsitzende des Gemeindevereins. Foto: Ulrike Otto Foto:  
Das Bürgerhaus (l.) ist ein „Schmuckstück“, findet Christiane Hug-von Lieven, die Vorsitzende des Gemeindevereins. Foto: Ulrike Otto

Leonberg - Anregen. Anstoßen. Anpacken!“ Dieses Motto steht ganz oben auf der Informationsbroschüre des Gemeindevereins Warmbronn. Und so hält sich dessen Vorsitzende Christiane Hug-von Lieven nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern kommt gleich zum Thema: dem Rundgang durch Warmbronn. Startpunkt ist der Christian-Wagner-Brunnen, auf den der Gemeindeverein sehr stolz ist. Nicht nur, weil es die einzige Skulptur ist, die der Star-Architekt Frei Otto je entworfen hat. Sondern weil es eines der ersten Projekte war, welches der Gemeindeverein umgesetzt hat.

150 000 Mark hat das damals gekostet, die durch Spenden aufgebracht wurden. „Das ist das, was Warmbronn auszeichnet: Wir warten nicht darauf, dass die Stadt etwas tut. Sondern wir gucken, was wir für Warmbronn tun können und machen das dann auch. Wir sind die Schaffer“, sagt Christiane Hug-von Lieven. „Gemeinsam mit anderen etwas für die Gemeinschaft tun, tut gut“, sagt sie.

Geschaffen hat der Verein eine Menge

Der Gemeindeverein sei eine Organisation, die gestalte. Und kein Bürgerverein, der die Interessen der Einwohner gegenüber der Stadtverwaltung vertritt. Dafür gibt es in Warmbronn ja auch den Ortschaftsrat. Geschaffen hat der Verein über die Jahre eine Menge. Der Rundgang durch die Ortsmitte, die noch viel vom dörflichen Ursprung erkennen lässt, ist kurz. Doch alle paar Meter gibt es etwas anderes zu berichten.

So steht direkt hinter dem Brunnen das Pfarrhaus, an dem eine Informationstafel über den ersten württembergischen Staatspräsidenten Edmund Rau hängt, der Ende des 19. Jahrhunderts dort aufgewachsen war. Die Tafel ist Teil eines historischen Ortsrundgangs. Zudem war Rau das Thema der ersten Ausstellung im Bürgerhaus, die man auf die Beine gestellt hat.

Ein paar Schritte weiter steht eines der schönsten Fachwerkhäuser, hinter dessen Mauern sich die Zweigstelle der Stadtbücherei verbirgt. Auch hier sind die Vereinsmitglieder aktiv. „Als die Stadt vor sechs Jahren sparen musste, hatten wir die Wahl: verringerte Öffnungszeiten oder Aufgaben übernehmen. Seitdem kümmern wir uns ehrenamtlich um Ausstellungen und Aktionen in der Bücherei“, berichtet die Vorsitzende.

In der Apotheke nebenan geht die Tür auf, eine Kundin kommt heraus. „Wir haben hier alles auf kleinstem Raum: Arzt, Apotheke, Postagentur, Bücherei, Kirche, Ortschaftsverwaltung. Und deshalb wollen wir auch das betreute Wohnen da hinten hinhaben“, sagt Christiane Hug-von Lieven und führt zur nächsten Station. Gegenüber der neuen Seniorenbank erstreckt sich eine Wiese, ein Straßenschild zeigt „Hinter den Gärten“ an.