Leonberg: Grünflächen sollen vernetzt werden Ein grünes Band für mehr Qualität im Zentrum

Von hem 

Autos unter die Erde: Alte Autobahntrasse, Stadtpark und Reiterstadion sollen vernetzt werden.

Stadtpark, Reiterstadion und die alte Autobahntrasse sollen zu einem großen grünen Netz in der Stadt werden. Foto: Stadt Leonberg
Stadtpark, Reiterstadion und die alte Autobahntrasse sollen zu einem großen grünen Netz in der Stadt werden. Foto: Stadt Leonberg

Leonberg - Leonbergs Interessenvertreter wissen sehr wohl, was die Bürger an ihren Parks und Grünzonen in der Stadt haben. Von „grünen Schätzen“ (Christa Weiß, SPD) und „Juwelen“ (Wolfgang Schaal, Freie Wähler) war jetzt im städtischen Planungsausschuss die Rede, als zwei Landschaftsarchitektinnen eines Karlsruher Büros ihr Konzept für eine „Vernetzung von Grünräumen in der ­Kernstadt Leonberg“ vorstellten. Für den Baubürgermeister Klaus Brenner ist es ein „spannendes Thema“, das dringend an­gegangen werden muss.

Der Fokus, so stellt es sich der Leon­berger Chefplaner vor, soll auf drei innerstädtischen Grünflächen liegen, die weiterentwickelt und miteinander verbunden werden sollen: der Stadtpark, der Festplatz am Reiterstadion und die übergrünte ehemalige Autobahntrasse.

Straßen sind als Barrieren im Weg

Doch es gibt Probleme, wie die Landschaftsarchitektin Grit Orwat erläuterte: Zum einen gibt es viel befahrene Trassen wie die Berliner Straße und die Eltinger Straße, die als Barrieren der Vernetzung im Wege stehen. Zum anderen sind teil­weise beträchtliche Höhenunterschiede zu überwinden.

Außerdem sind im Zentrum die Parkflächen fast alle oberirdisch. „Um mehr Freiraum zu generieren, sollten diese teilweise unter die Erde“, schlug sie vor. Mit einer Vernetzung der Grünflächen würde Leonberg eine neue „Ankommens- und Aufenthaltsqualität“ bekommen. Darüber hinaus könne man mit Bänken und Spielgeräten komplett autofreie Bereiche schaffen, in denen sich Fußgänger und Radfahrer gern aufhielten. Diese könnten für Kultur, ­Freizeit und Sport genutzt werden.

Die Landschaftsarchitektin Elke Ukas hob besonders den Stadtpark als „tollen Erlebnisraum“ hervor. Allerdings gebe es dort Höhenunterschiede von etwa zehn Metern. Man könne aber beispielsweise Landschaftstreppen oder Sitzstufen einbauen, um die Höhendifferenzen auszugleichen und den Spaziergängern Möglichkeiten zum Ausruhen zu geben.

Geradezu eine Vorbildfunktion im internationalen Vergleich wollte Ukas der übergrünten ehemaligen Autobahntrasse geben: „Städte und Metropolen von New York bis Schanghai sind gerade dabei, ihre Bausünden aus früheren Jahren zu übergrünen. Das hat Leonberg mit seiner tiefergelegten Autobahn schon hinter sich“, ­erklärte die Landschaftsarchitektin.

Stadtbalkone und geschwungene Wege

Weitere Möglichkeiten zur Aufwertung der Grünbereiche in Leonberg seien so­genannte Stadtbalkone, wo Besucher von einem erhöhten Aussichtspunkt einen ­unverstellten Blick ins Grüne hätten und nicht auf Straßen und Parkplätze schauen müssten. Eine großzügigere Gestaltung der Naturräume bekomme man, wenn man Wege nicht gerade, sondern geschwungen anlegen würde.

Auf Anregung des FDP-Sprechers Dieter Maurmaier, man solle doch gleich auch das Glemstal als wichtige Grünachse mit anbinden, antwortete Baubürgermeister Brenner, dies könne man in einem weiteren Schritt tun. Zunächst wolle man sich aber auf die drei zentralen innerstädtischen Bereiche konzentrieren.

Großes Lob gab es von Christa Weiß (SPD): „Wir verdichten unsere Innenstadt sehr heftig, so dass es elementar ist, dass wir unsere grünen Schätze aufwerten“, ­sagte sie. Die Engelbergtrasse als grünes Band einzubinden, könne viele Leonberger dazu motivieren, mehr zu Fuß zu gehen.

Ihre Besorgnis, ob man bei der Neu­planung des Stadtparks womöglich gegen Urheberrechte verstoße, wie gerade in der Leobad-Debatte, konnte Brenner zerstreuen: „Wir arbeiten ja nicht gegen die Grundstruktur des Stadtparks“, erläuterte er.

So weit, so gut. Wie das Ganze bezahlt werden kann, darüber wollen die Stadträte in einer der nächsten Sitzungen sprechen.

Fördermittel

Zukunft Stadtgrün
Für die Modernisierung und Aufwertung des Stadtparks und des Reiterstadions hofft die Stadt auf Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“, das im Jahr 2017 aufgelegt worden ist.

Landschaftspark-Programm
Um die ehemalige Autobahntrasse ansprechender gestalten zu können, will sich die Stadt um Fördermittel aus dem Landschaftspark-Programm des Verbands Region Stuttgart bemühen. Der Bereich trägt den Arbeitstitel „StadtNaturRaum“.