Leonberg Im Turm der Stadtkirche wachsen neue Mieter heran

Von Arnold Einholz 

Ein Turmfalkenpaar zieht in dem speziell am Turm der Stadtkirche angebrachten Brutkasten seinen Nachwuchs groß.

Fünf junge Turmfalken blicken neugierig in die Welt. Foto: factum
Fünf junge Turmfalken blicken neugierig in die Welt. Foto: factum

Leonberg - Ein Sechser ist es nicht geworden, aber immerhin ein Fünfer. Ein Turmfalken-Paar hat seit einiger Zeit den Turm der Leonberger Stadtkirche als Wohnung gewählt – mit idealen Landebedingungen. Nun hat das Falkenpaar Nachwuchs bekommen. „Fünf kleine Falken piepsen seit wenigen Tagen im Nest und werden von ihren Vogeleltern bestens versorgt“, berichtet der Dekan Wolfgang Vögele. Leicht abgewandelt habe sich damit ein Vers aus dem 84. Psalm erfüllt: „Der Vogel hat ein Haus gefunden und der Falke ein Nest für seine Jungen.“

Immerhin drei Jahre hat es gedauert bis diese Spitzenimmobilie mit wunderbarer Aussicht über Leonberg bezogen wurde. Im Mai 2009 hatte die Nabu-Arbeitsgruppe „Wanderfalken“ auf dem Kirchturm der Versöhnungskirche im Ramtel und an der evangelischen Stadtkirche Brutkästen für Wanderfalken angebracht. Gebaut hat die beiden Nistkästen Oliver Maier, der Mitglied im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ist. Die Materialkosten von etwa 370 Euro wurden von der Leonberger Stadtverwaltung übernommen, und zwar mit der Absicht, einen Beitrag gegen die Taubenplage im Leonberger Stadtpark und in der Altstadt zu leisten. Die Tauben haben derart überhand genommen, dass sie zu einem hygienischen Problem geworden sind. Um einer weiteren Ausbreitung vorzubeugen, wird versucht, Wanderfalken in der Stadt anzusiedeln. Die Greifvögel sind hoch spezialisierte Vogeljäger. Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus kleinen bis mittelgroßen Vögeln, die im freien Luftraum erjagt werden. Neben Tauben zählen auch Krähen und Elstern, die im Stadtgebiet ebenfalls reichlich vorkommen, zu den Beutetieren. Doch Wanderfalken anzusiedeln, ist schwer.

Unser Leser Walter Dürr aus Renningen sagt dazu: „Bevor Wanderfalken Nesthilfen annehmen, wird der Nabu eher einen Sechser im Lotto haben. Da wird eher die Schleiereule oder der kleine Turmfalke nisten.“ Richtig lag er. Und auch wenn es nichts wurde mit den Wanderfalken: Die Freude über den Fünfer ist genauso groß. Auch die Turmfalken haben Städte als Lebensraum erobert. Sie ernähren sich überwiegend von Mäusen, verschmähen aber auch kleine Singvögel, meist Haussperlinge, und gelegentlich die Brut von verwilderten Haustauben nicht.




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