Leonberg Leute, lasst das Knutschen sein

Kälte, Schnee und Regen – nicht jeder hat da so ein dickes Fell wie die Leonberger Hunde. Viele werden dann krank. Foto:  
Kälte, Schnee und Regen – nicht jeder hat da so ein dickes Fell wie die Leonberger Hunde. Viele werden dann krank. Foto:  

Frostiges Wetter draußen, heiße Party-Atmosphäre drinnen – Erkältungen sind beim Pferdemarkt fast schon garantiert. Allgemeinarzt Rainer Merk gibt Gesundheitstipps für die tollen Tage.

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Leonberg - Wir merken bei uns in der Praxis schon, wenn Pferdemarkt ist“, sagt Rainer Merk. Der Leonberger Allgemeinmediziner registriert jedes Jahr mehr Krankschreibungen während und nach dem Pferdemarkt. Wie hoch dabei der Anteil an Partyfolgen und akuter Arbeitsunlust während der tollen Tage ist, sei einmal dahin gestellt. „Es sind dann mehr Leute krank als sonst“, stellt der Mediziner fest.

Dabei ist die Jugend klar im Nachteil. „Ältere Menschen sind weniger anfällig, sie haben sich über die Jahre ein stärkeres Immunsystem aufgebaut.“ Bei jüngeren Menschen sei das Infektionsrisiko dagegen höher. So richtig gefeit vor einer fiesen Erkältung oder gar einer Grippe ist aber niemand. „Wenn in einem Keller einer hustet, dann steckt er gleich zehn Leute an“, warnt der Mediziner. Sich regelmäßig die Hände gründlich zu waschen, sollte selbstverständlich sein. „Wer erkältet ist, sollte auch die zwischenmenschliche Distanz wahren“, rät der Mediziner. Bussis und Knutschereien sollten am besten vermieden werden. Das sei nicht nur gut für die eigene Gesundheit und die der anderen, sondern auch für die Scheidungsrate. „Mein Vater war Anwalt. Jedes Jahr nach dem Pferdemarkt ging die Zahl der Scheidungen nach oben“, erzählt der Allgemeinarzt.

Besonders groß ist das Gesundheitsrisiko für die, die viel zwischen den Kellern und Partys pendeln, sowie für diejenigen, die beim Pferdemarkt-Umzug am Dienstag lange draußen stehen. So machen der permanente Wechsel von warm zu kalt und langes Stehen dem Körper zu schaffen. Dafür hat der Experte einige Tipps parat.

Wer abends von Keller zu Keller tingelt, sollte den Kopf möglichst warm halten. „Drinnen sollte man sich dagegen schnell entblättern“, rät der Vorsitzende des Leonberger Deutschen Roten Kreuzes. Sind die Klamotten feucht von Schnee oder Regen, erst wieder rausgehen, wenn die Kleidung getrocknet ist. Wer den ganzen Umzug vom gleichen Standort aus beobachten will, sollte vorher möglichst viel trinken. Das verhindert, dass der Kreislauf beim langen Stehen absackt.

Eine gesunde Ernährung sei zwar wichtig, vollbringe auf die Schnelle aber keine Wunder. „So schnell macht sich das nicht bemerkbar. Vitamin C ist in so vielen Nahrungsmitteln zugesetzt, da kommt es auf die eine Mandarine mehr nicht an“, erklärt Rainer Merk. Schlaf sei dagegen wichtig, um die Abwehrkräfte zu stärken.

Eine schlechte Nachricht für alle Feierwütigen hat er noch: „Alkohol desinfiziert nicht von innen. Dafür ist die Konzentration in den üblichen Getränken zu gering. Das müssen mindestens 70 Prozent Alkoholgehalt sein und das mag kein Gaumen.“

Der Leonberger Mediziner glaubt dagegen an die Kraft des positiven Denkens. „Wichtig ist eine gute Einstellung. Wenn ich Spaß habe, komme ich am ehesten gesund davon. Wenn ich dagegen schon in den Pferdemarkt-Keller reingehe und die Kranken zähle, dann stecke ich mich auch garantiert an“, sagt der Allgemeinmediziner.




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