Leonberg Mit solchen Jugendlichen bleibt Leonberg sicher

Von Florian Mader 

Beim THW-Bundeswettkampf belegt das Team aus Leonberg den ersten Platz.

Der Schlauch muss ins Fass. Fertig ist die Campingdusche. Und der Leonberger THW-Nachwuchs macht es am besten. Foto: privat 6 Bilder
Der Schlauch muss ins Fass. Fertig ist die Campingdusche. Und der Leonberger THW-Nachwuchs macht es am besten. Foto: privat

Leonberg - Alles ist zerstört! Ein Erdbeben, eine Person wird vermisst. Zwar hat sich das Unglück am Samstagnachmittag mehr als 700 Kilometer entfernt ereignet, aber die Helfer vom Leonberger Technischen Hilfswerk (THW) sind dennoch sofort zur Stelle.

Denn das zerstörte Haus ist beim THW-Bundeswettkampf. Und dass 13 Jugendliche aus Leonberg vor Ort sind, ist ein Glück, denn sie sind die schnellsten, die der verletzten Person zu Hilfe eilen. Nur 98 schweißtreibende Minuten brauchen sie, dann ist alles sicher. Und für das Leonberger Team heißt es: Glückwunsch zum Bundessieg!

Alle sind sehr stolz

„Da sind wir natürlich alle sehr, sehr stolz auf unsere Mädels und Jungs“, sagt Matthias Schultheiß, der Vorsitzende des THW-Ortsverbands in Leonberg. Er hat das Team zusammen mit vier weiteren Betreuern am Wochenende nach Neumünster (Schleswig-Holstein) begleitet – und dabei mit Genugtuung angesehen, wie der Nachwuchs sich als perfekter Retter in der Not zeigt. Insgesamt 15 Mannschaften aus ganz Deutschland sind angetreten – und ebenso viele Gerüste standen nebeneinander.

Dort mussten sich die Teams dann durchkämpfen, die verletzte Person (eine Puppe) retten, dann eine schiefe Ebene bauen, und den Verletzten schließlich über diese Eben nach draußen bringen. „Dabei mussten sie natürlich alle Dienstvorschriften beachten, die auch bei einem richtigen Einsatz gelten“, erklärt der Leonberger THW-Chef Matthias Schultheiß.

Dabei ging es nicht nur um Schnelligkeit. 29 Seiten enthielt der Bewertungsbogen, den drei Schiedsrichter pro Team genau überprüften. Am Ende hieß es: Nur zwei Fehler, das waren 779 Punkte für Leonberg – und damit über 40 Punkte Abstand zu den Zweitplatzierten aus Freisen (Saarland). Den dritten Platz ergatterte sich ein Hamburger Team.

Viel Training

„Es hat sich also ausgezahlt, dass wir so viel trainiert haben“, ist sich Matthias Schultheiß im Rückblick sicher. Seit Mitte Mai hat sich der THW-Nachwuchs mit seinen Betreuern in der Mollenbachstraße im Hertich getroffen und insgesamt 2000 Stunden auf den Bundeswettkampf hingearbeitet. Aber auch in den vier Aufgaben, die vorher nicht bekannt waren, hat das Team Leonberg geglänzt. Da mussten sie unter anderem eine brennende Person mit einer Löschdecke retten und eine Campingdusche aus einem Wasserfass bauen.

„Am Ende haben wir richtig gefeiert“, erzählt Matthias Schultheiß. „Das haben wir uns schließlich verdient.“ Und die Stimmung war gut, 39 Jugendliche aus Baden-Württemberg haben ihre Leonberger angefeuert. Denn der Bundeswettkampf ist Teil des THW-Bundesjugendlagers, bei dem sich derzeit 4000 Jugendliche in Neumünster treffen. Dort werden auch die Sieger aus Leonberg noch bis Mittwoch bleiben. „Mit einem solchen THW-Nachwuchs ist mir nicht bange vor der Zukunft“, sagt der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerkes. „Da bleibt Leonberg sicher.“