Leonberg: Mietpreise im Einzelhandel Alle wollen die Daten, aber keiner will mitmachen

Dies führe dazu, dass der Mittelwert für Leonberg bei 23,60 Euro liege und damit auf dem Niveau von Göppingen, Nürtingen und Kirchheim. Selbst im Stuttgarter Stadtteil Degerloch liege der Mittelwert unter 20 Euro. „Ohne die zwei Ausreißer würde der Durchschnittswert für Leonberg bei unter 20 Euro liegen“, erklärt Eisenmann. Bei den Zahlen für Böblingen und Sindelfingen habe man keine Rückmeldungen von Geschäften aus den Mercaden oder dem Breuningerland erhalten. „Der Höchstpreis von 41,60 Euro in Böblingen kommt von einer Handyklinik“, verrät der IHK-Referatsleiter. Im gesamten Landkreis bewege sich der Quadratmeterpreis für Einzelhandelsgeschäfte zwischen 15 und 35 Euro.

Im Schnitt antwortet jeder Sechste bis Siebte

Eisenmann bedauert es, dass die Rückläufe der angeschriebenen Geschäfte immer geringer werde. „Alle wollen die Daten, aber keiner will mitmachen“, sagt er. Im Schnitt antworte jedes sechste oder siebte Einzelhandelsgeschäft. In Leonberg, Sindelfingen und Böblingen basierten die Werte auf 13 bis 14 Antworten. Es gebe jedoch Umfragen mit Rückläufen von weniger als zehn Prozent, „und das, obwohl wir regelmäßig in die Geschäfte gehen und nachfassen“, so Eisenmann.

Festzuhalten sei jedoch, dass in den vergangenen Jahren die Mietpreise im Einzelhandel im gesamten Landkreis kontinuierlich nach unten gegangen seien. „Offenbar wird den Vermietern immer klarer, dass der stationäre Einzelhandel doch so seine Probleme hat“, vermutet Eisenmann. Laut der IHK-Studie sind dafür vor allem große Einkaufszentren auf der grünen Wiese und der Online-Handel ursächlich. Aber auch „ausufernde Beschränkungen für den Lieferverkehr, die schlechte Erreichbarkeit der Innenstädte oder überzogene Parkgebühren dienen nicht dem Ziel, die Innenlagen zu stärken“, heißt es in der IHK-Studie.

Beratungsqualität und Schaufensterdekoration als Trümpfe

Benjamin Schweizer weist darauf hin, dass der Stadt in Sachen Mietpreise die Hände gebunden seien: „Diese werden durch die Eigentümer vorgegeben, die natürlich den höchstmöglichen Satz verlangen“, erklärt er. Die Stadt könne nur die Rahmenbedingungen gestalten und zum Beispiel dafür sorgen, dass der Marktplatz attraktiv gestaltet werde oder die Händlervereinigungen unterstützen.

„Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, einen Infoabend mit einem Experten für Multi-Channel-Lösungen zu organisieren, der Einzelhändlern Tipps gibt, wie sie sich gegen die Online-Konkurrenz behaupten können“, bietet Schweizer an. Grundsätzlich sollten Einzelhändler über ihre Beratungsqualität punkten und mit auf die Jahreszeiten abgestimmten Schaufensterdekorationen werben.




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