Leonberg Ruhe und Zeit spielen im Kita-Alltag ein wichtige Rolle

Von Arnold Einholz 

Der Verein Leo Kids betreibt in Eigenregie eine Krippe. Dafür ist von den Eltern viel Engagement gefordert.

Vor dem Schlafengehen wird noch kurz herumgesprungen. Foto: factum/Granville
Vor dem Schlafengehen wird noch kurz herumgesprungen. Foto: factum/Granville

Leonberg - Die Kinderkrippe Leo-Kids ist 2004 als erste Kindertageseinrichtung für unter Dreijährige auf Vereinsbasis gegründet worden und wurde seinerzeit ohne Zuschüsse der Stadt ausgestattet. Nun hat jüngst der Sozialausschuss des Gemeinderates rund 3500 Euro bewilligt, damit Kleinkindmöbel ersetzt und Ausstattungsgegenstände gekauft werden können.

Die geplatzte Internetblase um die Jahrtausendwende, als jedem Millionen anvertraut wurden, der nur irgendwie IT in seinen Firmennamen einbaute, ist auch an Leonberg nicht vorbei gegangen. Die hoch gefeierte „caatoosee ag“, ein börsennotiertes Software-Unternehmen, das in den Bereichen IT-Outsourcing und -Service tätig war, ließ sich in den Riedwiesen nieder und eröffnete 2002 einen Firmenkindergarten.

Die Krippe stellt den Betrieb ein, die Eltern übernehmen

Doch die Herrlichkeit war nicht von langer Dauer. Die Krippe stellte Ende 2003 den Betrieb ein. So haben die Eltern der aufgenommen Kinder im April 2004 einen Verein gegründet, um die Krippe als Leo Kids in Eigenregie weiter zu führen.

„Jeder ist willkommen, der die Beiträge zahlt und gewillt ist, sich im Verein zu engagieren“, sagt das Vorstandsmitglied Thorsten Leiff. Die Zuschüsse würden zum Leben, die Elternbreiträge für den laufenden Betrieb reichen. Das Jahr 2016 war für die Leo Kids ein Jahr des Umbruchs. Unter der neuen Leiterin Stephanie Bootz wurde die pädagogische Arbeit nach den aktuellen pädagogischen Standards für Kinderkrippen überarbeitet. Unterstützt wird sie von zwei erfahrenen Erzieherinnen, eine davon ist seit der Gründung der Leo Kids im Team. Ein kleiner Garten steht ebenfalls zu Verfügung. „Darüber hinaus nutzen wir gerne und regelmäßig die Stadtrandlage zur Erkundung der Wiesen, Felder, Bachufer, Bäume und was die Natur uns sonst noch zu bieten hat“, sagt Stephanie Bootz.

Jedes Kind hat eine Bezugserzieherin

„Mit viel Elternengagement sind 2016 die Räumlichkeiten renoviert worden“, freut sich Thorsten Leiff. Die neue Innenausstattung soll ein ruhiges und konzentriertes Spiel der Kinder fördern. Vom Investitionszuschuss von der Stadt Leonberg sollen unter anderem Hochstühle für alle Kinder angeschafft werden.Die Größe der Einrichtung ermögliche ein familiennahes und beziehungsorientiertes Arbeiten, nach dem Motto „gemeinsam für das Kind“.

„Ruhe und Zeit spielen dabei eine große Rolle, sodass jedes Kind und jede Familie genügend Zeit hat, anzukommen“, erläutert Stephanie Bootz. Jedes Kind hat eine Bezugserzieherin, welche sich während der Eingewöhnung aber auch danach je nach Bedürfnis des Kindes Zeit nimmt.

„Die Leo Kids sind eine Elterninitiative und die aktive Mitarbeit der Eltern ist unerlässlich“, betont Thorsten Leiff. Familien und pädagogisches Fachpersonal arbeiten in einer „Erziehungspartnerschaft“ zusammen und deshalb sind Eltern jederzeit willkommen und dürfen hospitieren.

Info: Betreuung für zehn Kinder

Ganztagsbetreuung
Leo-Kids bietet Ganztagesbetreuung an für zehn Kinder, im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren, nach Wunsch an zwei, drei oder fünf Wochentagen. Die neuen Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 7.30 bis 17 Uhr.

Gefördert
Die Kinderkrippe ist im Leo-Bogen im Gewerbegebiet in der Riedwiesenstraße 1 untergebracht. Es ist eine vom Landesjugendamt anerkannte und von der Stadt Leonberg geförderte Kindertageseinrichtung.