Großer Andrang am Eröffnungswochenende. Mehr als 1000 Karten werden im Voraus verkauft.

Leonberg - Stefan Hilse hat stressige Tage hinter sich. Bevor am Wochenende die neue Sauna am Hallenbad endlich ihre große Premiere hatte, mussten der Chef des Bäderbetriebs und sein Team ganz schön ranklotzen. Schließlich sollte am großen Tag alles stimmen.

Oder besser gesagt: an den großen Tagen. Hatte das Sauna-Team doch quasi einen Dreifach-Auftakt zu bewältigen. Am Freitagabend waren die Stadträte im Neubau eingeladen. Sie hatten schließlich nach langwierigen Diskussionen die 2,8 Millionen Euro bewilligt, die die Sauna unterm Strich gekostet hatte. Einigen erschien diese Summe zu viel, die Mehrheit aber hielt das Geld für sinnvoll angelegt. War doch eines in der Diskussion unstrittig: Erfolg wird die Sauna nur haben, wenn sie eine Alternative zum bestehenden Angebot ist.

Dass es so zu sein scheint, das macht die starke Resonanz am Eröffnungswochenende deutlich. Selbst Kommunalpolitiker, die dem Projekt kritisch gegenübergestanden hatten, zeigten sich von der Größe, von dem beachtlichen Angebot und letztlich vom freundlichen Ambiente sehr angetan. So haben die Saunakabinen neben Holz viel Glas und wirken freundlich und großzügig. Über dem Innenbereich ist ein großes Glasdach, das den Blick zum Himmel freigibt.

2500 Menschen wollen die Sauna begutachten

Riesig ist das Interesse der Bevölkerung: Rund 2500 Menschen kamen am Samstag zum Tag der offenen Tür. „Die allermeisten sind sehr zufrieden“, resümiert Rainer Weller vom städtischen Sportamt. Neben der großzügigen Aufguss-Sauna, in die mehr als 40 Menschen passen, war die Baumhaus-Sauna der Renner. Auf der Treppe zu der auf Stelzen gelegenen Schwitzkabine wurde es am Samstag zwischenzeitlich richtig eng. Alle wollten sehen, wie die Aussicht auf den Rathaus-Neubau und die Römer-Galerie von oben ist.

Und viele machten sich Gedanken, ob nicht die Sauna-Gäste selbst zum Gegenstand auswärtiger Betrachtungen werden könnten. Doch Baubürgermeister Klaus Brenner beruhigt: „Das Glas ist von außen getönt. Etwas sehen kann man nur von innen.“ Dass dem wirklich so ist, hat das Personal bei einem Probe-Aufguss geprüft.

Auch die Bedenken insbesondere einiger Damen, wonach der Aufgang doch eine allzu freizügige Perspektive ermögliche, zerstreut der Baubürgermeister. Die Treppe bekommt noch ein großes blickdichtes Segel. Jeder könne unbefangen hochgehen.

Das waren denn aber schon die einzigen Kritikpunkte. Gerade einige ältere Besucher waren überrascht, was aus der einstigen kleinen und dunklen Sauna mit seinerzeit nur einer Kabine geworden ist.

Immerhin gibt es jetzt vier Kabinen. Neben dem Baumhaus und der Kelo-Sauna im Außenbereich können die Gäste in der nicht so heißen Aroma-Sauna und im Dampfbad entspannen. Wem es zu heiß ist, der geht ins Eisbecken. Und wem es dann wieder zu kalt ist, der kann im Becken mit 30 Grad warmen Wasser entspannen.

Das Ambiente wurde am Tag der offenen Tür noch durch die dezenten Klänge des Leonberger Duos Stadtkind verstärkt.

Am Sonntag schwitzen die ersten

Am Sonntag dann die eigentliche Feuerprobe: „Ab Mittag nahm der Betrieb deutlich zu“, zeigt sich Stefan Hilse zufrieden. „Obwohl in der ganzen Stadt jede Menge Programm geboten wurde.“ Dass es am ersten richtigen Betriebstag noch nicht brechend voll war, ist für den Chef des Bäderbetriebs eher von Vorteil: „Da ist es noch nicht so stressig – sowohl für unsere Gäste als auch für die Mitarbeiter.“

Dass das anders werden dürfte, zeigt die Zahl der am Samstag im Voraus gekauften Karten. Weit mehr als 1000 gingen weg. An der Kasse bildeten sich lange Schlangen.