Leonberg Sanierung sprengt Zwölf-Millionen-Marke

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Die Erneuerung von Hallenbad und Sportzentrum wird noch einmal über 400 000 Euro teurer. Die günstigsten Angebote der Handwerker, die bei der Stadt eingehen, liegen bis zu 38 Prozent über der Schätzung von Oktober 2012.

So soll das erneuerte Hallenbad aussehen, wenn es fertig ist. Foto: Stadt Leonberg
So soll das erneuerte Hallenbad aussehen, wenn es fertig ist. Foto: Stadt Leonberg

Leonberg - Ursprünglich wurde die Sanierung von Hallenbad und Sportzentrum mit 10,7 Millionen Euro veranschlagt. Im Oktober stiegen die Kosten auf 11,9 Millionen. In der Sitzung des Sozialausschusses am ­Dienstagabend wurde nun bekannt, dass die Stadt mittlerweile mit knapp 12,2 ­Millionen Euro kalkuliert.

Der Grund für die erneute Kostensteigerung klingt ­bekannt: „Die aktuelle Marktlage ist schuld“, heißt es aus dem Rathaus. Die Verwaltung steht beim Sport­zentrum vor dem selben Problem wie beim Bau der Kindertagesstätten. „Die Bauunternehmer sitzen uns ganz entspannt gegenüber“, sagte Dieter Häberle vom städtischen Gebäudemanagement, „wenn wir diesen Auftrag nicht bekommen, ist das nicht schlimm. Unsere Auftragsbücher sind prall gefüllt, heißt es bei den Verhandlungen immer wieder“, erklärte er.

Die Vergabe der Aufträge auf der Baustelle ist im Moment in der entscheidenden Phase. Der Gemeinderat muss in der kommenden Woche über die Gewerke Abwassertechnik, Wärmeversorgung, Elektrotechnik und die Lüftung abstimmen. „Die billigsten Angebote liegen 38 Prozent über der Schätzung vom Oktober“, erklärte Häberle, „die teuersten liegen bis zu 200 Prozent darüber.“

So entstehen Mehrkosten von rund 430 000 Euro. Als Gegenmaßnahme versucht die Stadt, jetzt an allen Ecken und Enden den Gürtel enger zu schnallen – die Wärmebänke an der Glasfront der Badehalle, die Brüstungen am Sprungturm, die Garderoben der Sporthalle und Teile der Fassade sollen im jetzigen Zustand belassen werden. „Damit wollen wir einen Teil der Preissteigerung kompensieren“, sagte der Oberbürgermeister Bernhard Schuler. Ein Vorschlag,der bei den Gemeinderäten heftige Reaktionen auslöste.

„Bei der Optik und der angestrebten Steigerung der Attraktivität des Bades sollten wir nicht sparen“, warf der Freie-Wähler-Rat Georg Pfeiffer ein, „die Menschen sollen nicht auf kalten Bänken sitzen müssen.“ Der CDU-Mann Michael Moroff regte an, die als Einsparpotenzial ausgemachten Arbeiten erst nach der Sanierung ausführen zu lassen. „Wenn wir etwas machen, machen wir es jetzt“, entgegnete der Badgutachter Siegfried Klotz entscheiden, „solche Arbeiten werden in ein paar Jahren nicht billiger.“ Die Freien Wähler äußerten eine weitere Befürchtung: „Eines der Versprechen der Sanierungsbefürworter war, dass nach Abschluss der Arbeiten eine Menge Energie gespart werden kann. Ist das noch der Fall, wenn wir Teile der Fassade im Bestand belassen“, fragte Pfeiffer.

„Bei den Teile der Fassade, an denen wir sparen wollen, handelt es sich um das Treppenhaus und um einen Technikschacht“, erklärte Häberle, „diese Bereiche sind wärmetechnisch nicht besonders relevant.“ Man habe die Ziele bei der Effizienzsteigerung noch nicht aufgegeben, hieß es von der Verwaltung. „Außerdem halten wir weiterhin an unserem Ziel fest, Ende des Jahres wieder den Betrieb aufzunehmen“, ergänzte OB Schuler.

Am Ende stimmte der Ausschuss den Aufträgen im Wert von rund 400 000 Euro mit der Mehrkosten und Sparvorschlägen einstimmig zu. Einzige Ausnahme: statt 108 000 will man nur noch 95 000 Euro einsparen. Die Wärmebänke am Rand der Badehalle sollen trotz Kostendruckes erneuert werden. „Es geht um den Wohlfühlfaktor“, sagte OB Schuler.




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