Leonberg Vom Familienbetrieb zum Weltmarktführer

Seit 48 Jahren steht Brigitte Vöster-Alber an der Spitze des Familienunternehmens Geze. 1068 übernahm sie die Leitung im Alter von 24 Jahren (rechts). Foto: privat
Seit 48 Jahren steht Brigitte Vöster-Alber an der Spitze des Familienunternehmens Geze. 1068 übernahm sie die Leitung im Alter von 24 Jahren (rechts). Foto: privat

Konrad-Adenauer-Stiftung zeichnet Geze-Chefin Brigitte Vöster-Alber mit Preis „Soziale Marktwirtschaft“ aus.

Leonberg - „Als ich 1968 mit nur 24 Jahren die Firma übernahm, musste ich mich auch erst einmal in einer Männerdomäne zurechtfinden und behaupten.“ Den Leonberger Familienbetrieb Geze hat Brigitte Vöster-Alber zum Weltmarktführer im Bereich Schließsysteme und Sicherheitsanlagen ausgebaut, mit 2700 Mitarbeitern und 31 Tochtergesellschaften weltweit sowie 411 Millionen Euro Umsatz. Von der Konrad-Adenauer-Stiftung ist die Geze-Chefin am späten Donnerstagnachmittag mit dem Preis für Soziale Marktwirtschaft ausgezeichnet worden.

In der Begründung der Jury heißt es, Vöster-Alber sei „eine herausragende und vorbildliche Unternehmerin.“ Weiter heißt es: „Die Preisträgerin verkörpert und vermittelt ihrem Unternehmen sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, was Innovationskraft, unternehmerischer Weitblick, große Verantwortung gegenüber den Beschäftigten, der Gesellschaft und der Umwelt ausmachen. Als Familienunternehmerin in fünfter Generation ist sie die entscheidende Impulsgeberin für die Ziele des Unternehmens und die Hüterin seiner Werte.” Die Laudatio in der Frankfurter Paulskirche hielt die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

Vöster-Alber folgt auf Elfriede Springer

Seit 2002 zeichnet die Konrad-Adenauer-Stiftung herausragende Leistungen von Personen im Geiste der Sozialen Marktwirtschaft aus. Im vergangenen Jahr erhielt Verlegerin Elfriede Springer den nicht dotierten Preis. Frühere Auszeichnungen gingen etwa an Heinrich Deichmann, Reinhard Kardinal Marx, Dr. Arend Oetker, Eva Mayr-Stihl und Hans Peter Stihl oder an Regina Görner gemeinsam mit Jochen F. Kirchhoff und Walter Riester.

Die Geze-Chefin hebt die Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft für die Bundesrepublik hervor. Ohne diese seit das deutsche Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg nicht möglich gewesen. „In meinen Augen profitieren wir bis heute von der Tatsache, dass die Soziale Marktwirtschaft die Vorteile einer freien Marktwirtschaft mit der sozialen Absicherung der Bürger verbindet“, meint Vöster-Alber.

Fokus auf langfristigen Erfolg setzen

Auch die Unternehmen seien dabei gefragt. „Wer den Fokus auf langfristige Erfolge und nicht kurzfristige Gewinnmaximierung richtet, kann aus eigener Kraft wachsen und agieren und auch morgen noch sichere Arbeitsplätze bieten“, meint die geschäftsführende Gesellschafterin von Geze. Mehrfach ist die Leonberger Firma als „Hidden Champion“ ausgezeichnet worden, dazu mehrfach als „Top-Arbeitegeber“ und 2014 als innovativste Marke im Bereich der Baumaterialien. Auch den „Architects‘ Darling Award“ erhielt das Unternehmen.

Daneben hat sich Vöster-Alber den Themen soziales Engagement, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Frauenförderung verschrieben. „Unternehmerinnen hat es schon immer gegeben, sie waren und sind bis heute nur eben weniger sichtbar, auch wenn sich die öffentliche Wahrnehmung mittlerweile gewandelt hat“, sagt die vierfacher Mutter. So liege der Anteil von weiblichen Führungskräften bei Geze bei 29 Prozent, das sei außergewöhnlich hoch. Daneben fördere das Unternehmen aktiv die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch verschiedene Angebote.

Zahlreiche Hilfsprojekte unterstützt

„Soziales Engagement, vor allem für Kinder, spielt bei Geze schon seit jeher eine sehr wichtige Rolle“, sagt Vöster-Alber. So unterstützt das Familienunternehmen etwa die Hilfsorganisation Plan International und hat dort Patenschaften übernommen, die von den eigenen Mitarbeitern gepflegt werden. Die Unterstützung von Plan begann 2013 im Jubiläumsjahr des Familienunternehmens unter dem Motto „150 Jahre Unternehmensgeschichte – 150 Patenschaften“. Für jedes weitere Jahr kommt seitdem ein Kind dazu, so dass bald 153 Jungen und Mädchen weltweit von der Hilfe profitieren.

Ziel des Hilfsprojektes ist es, die Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen sowie auch ihrer Familien in ihren Heimatländern nachhaltig zu verbessern. Im vergangenen Jahr hat Geze außerdem ein Zirkus-Projekt für Flüchtlinge unterstützt und engagiert sich seit vielen Jahren für die Olgäle-Stiftung für das kranke Kind.




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