Leonberger Pflegeheim Samariterstiftung gibt Haus am Parksee auf

Von Florian Mader 

Vor eineinhalb Jahren schon hat der Landkreis das Seniorenzentrum am Stadtpark verkauft. Die Stiftung kommt mit den privaten Immobilienfirmen nicht klar.

Auch wenn er noch auf dem Schild notiert ist: Der Kreis Böblingen hat sich schon vor  eineinhalb Jahren zurückgezogen. Foto: factum/Granville
Auch wenn er noch auf dem Schild notiert ist: Der Kreis Böblingen hat sich schon vor eineinhalb Jahren zurückgezogen. Foto: factum/Granville

Leonberg - Die Samariterstiftung hat die Reißleine gezogen. In fünf Jahren wird sich der Anbieter aus dem „Seniorenzentrum am Parksee“, zwischen dem Leo-Center und dem Stadtpark gelegen, zurückziehen. Im März 2023 wolle man „aufgrund der veränderten Eigentumsverhältnisse“ die Betriebsträgerschaft für das Pflegeheim beenden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Eine fast 50-jährige Geschichte wird dann zu Ende gehen. Seit 1977 gibt es das Seniorenzentrum am Parksee, und genauso lange betreibt die Nürtinger Samariterstiftung die Pflegeeinrichtung mit insgesamt 116 Pflegeplätzen und 75 Appartements im Betreuten Wohnen. Das Aus zeichnet sich aber schon seit eineinhalb Jahren ab, ist also keine Überraschung. Anfang 2017 hatte der Landkreis Böblingen, der das Gebäude gebaut und seitdem an die Samariterstiftung verpachtet hatte, verkauft. Zuerst an einen Investor aus Hamburg, dieser hat das Gebäude jetzt an die „Primus Concept Pflegeimmobilien“ (München) weiterveräußert.

Zu hohe Pacht

Reinhard Gradmann, der Pressesprecher der Samariterstiftung, macht im Gespräch mit unserer Zeitung kein Geheimnis daraus, dass die Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer nicht gut läuft. Dabei geht es vor allem ums Geld. „Die Pacht ist unter dem neuen Investor deutlich eine andere“, sagt Gradmann. „Und das ist für uns mit den aktuellen Pflegesätzen nicht wirtschaftlich darstellbar.“ Die Samariterstiftung hat einen neuen Pachtvertrag verhandelt, der allerdings nur noch bis 2023 läuft. Danach soll Schluss sein.

Leonberg bleibt die Samariterstiftung, die in der Stadt ihre Wurzeln hat, aber verbunden. Das Samariterstift in der Seestraße bleibt weiterhin bestehen. Denn hier betreibt die Stiftung nicht nur das Pflegeheim, sondern ihr gehört auch das Gebäude. Und zum anderen errichtet das Leonberger Bauunternehmen Mörk derzeit neben dem Rathaus ein Pflegezen­trum, das die Samariterstiftung nach Fertigstellung im Jahr 2020 ebenfalls kaufen und betreiben wird.

Für diesen Neubau hat die Stiftung jetzt einen Zeitplan vorgelegt. 2020 sollen dort zunächst Senioren aus Zuffenhausen unterkommen, solange die Samariterstiftung in dem Stuttgarter Stadtteil ihre Einrichtung neu baut. Ist der Neubau in Zuffenhausen 2023 fertig, dann ziehen diese Senioren wieder zurück, und machen Platz für die Bewohner aus dem Seniorenzentrum am Parksee. Das dortige Betreute Seniorenwohnen wird auch zukünftig über 2023 hinaus von der Samariterstiftung betreut.

Der Münchner Investor indes freut sich auf Leonberg, sagt der Projektleiter Simon Achatz auf Nachfrage unserer Zeitung: „Der Standort Leonberg ist für uns interessant.“ In Steißlingen (Kreis Konstanz), Aldingen (Kreis Tuttlingen) und Kehl (bei Straßburg) besitzt das Unternehmen bereits Pflegeeinrichtungen und will mit Leonberg sein Portfolio in Baden-Württemberg offenbar ausbauen.

Gebäude bleibt ein Pflegeheim

Das Gebäude am Stadtpark soll ein Seniorenheim bleiben, wenn die Samariterstiftung auszieht, kündigt Achatz an. Derzeit sei man in Gesprächen mit einem Betreiber, der das Gebäude nach 2023 pachten könnte. „Dass es ein Pflegeheim bleiben soll, das steht zu hundert Prozent fest“, sagt der Projektleiter.

In den kommenden fünf Jahren wolle man den Übergang gestalten. Dazu zeigt sich auch die Samariterstiftung kooperativ. „Dazu gab es bereits Gespräche“, sagt Stiftungssprecher Reinhard Gradmann. „Wir wollen, dass es für die Bewohner gut abläuft.“ Ob die Senioren und die Mitarbeiter dann am Parksee unter dem neuen Betreiber bleiben, oder in die neue Einrichtung der Samariterstiftung am Rathaus umziehen, müssten sie selbst entscheiden. „Wir werden aber den Bewohnern und Mitarbeitern Angebote machen“, kündigt er an.




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