Liebe zur Stadt auf einer CD Der Sound von Stuttgart

Von Uwe Bogen 

Ein Zeitungsartikel und seine Folgen: Weil wir beklagten, es mangele an Stuttgart-Liedern, wollte der Musiker Buddy Bosch dies mit Kollegen ändern. Seine Stuttgart-CD mit 13 Titeln liegt nun vor.

Cover der neuen CD „Stuagert – mein Städtle“. Foto: Buddy Bosch
Cover der neuen CD „Stuagert – mein Städtle“. Foto: Buddy Bosch

Stuttgart - Das Lied „Ich war noch niemals in New York“ ist bekannt – dagegen weiß die Welt von „Ich war noch niemals in Stuttgart“ nichts. Der Koffer, den man noch hat, steht in Berlin, nicht in Stuttgart. Die Brings singen „Kölsche Jungs“ und nicht „Stuagarder Buaba“. Vor über einem Jahr stellte eine Studie fest: Bei den meistbesungenen Städten Deutschlands steht Stuttgart am Ende der Tabelle. Unsere Zeitung griff dies in einer Glosse mit dem Titel „All You Need is Stuttgart“ auf. Der Musiker Buddy Bosch von der Band Muggabatschr nahm diese zum Anlass, bei den Kolleginnen und Kollegen dafür zu werben, Stuttgart-Lieder zu komponieren. Jetzt liegt das Ergebnis vor – als CD mit dem Titel „Stuagert mei Städtle“ , deren kompletter Erlös an die Evangelische Gesellschaft Stuttgart geht, die damit Straßenkinder im Land unterstützt. Kaufen kann man die Scheibe nicht, nur gegen eine Spende von 15 Euro erwerben.

„Do will i für emmer sai!“

Unter den Mitwirkenden sind neben Buddy Bosch mit seinen Muggabatsch: Gradraus, Honey Pie, Anette Heiter, Frl. Wommy Wonder, Gäumoggel, Die schrillen Fehlaperlen, Dem und Derra, Frank The Band, Guid o und Ela Dieringer, Markus Zipperle und Sabine Schief.

Was genau gefällt den singenden Stuttgart-Fans an ihrer Stadt? Im Song von Buddy Bosch heißt es: „Stuagert mei Städtle ond mei Läba,/ bisch mei Hoimat, für die würd i älles geba./ Hier schwätzet mir halt schwäbisch, do fühl i mi dahoim/ oh mei Stuagert, do will i für emmer sai!.“

Anette Heiter liebt ihre Stadt mit Einschränkungen: „Stuttgart stoht für Stäffele und für der VfB, /für Trollinger und für dr Weihnachtsmarkt./Aber oines muss i saga, isch scho lang nemme ok,/es stoht halt au für den Verkehrsinfarkt.“ Und weiter heißt es: „Ond am Echterdinger Ei /stoht au scho die Polizei,/die lässt koinen meh vorbei,/weder naus ond au net nei./I will nach Stuttgart, will bloß nach Stuttgart,/ I will nach Stuttgart, lass mi nach Stuttgart.“

In dieser Stadt ist viel Musik!

Bei der Band Dem und Derra lautet der Refrain: „Herzensbilder einer Herzensstadt /Die uns das schöne Leben bei’bracht hat /Herzensbilder verblassen nie, /Umrahmt von Liebe, bewahrt mit Akribie.“

Bei der Finanzierung der Presskosten halfen die Möhler-Stiftung, die seit 2013 Not leidende Menschen in der Region unterstützt, sowie die Firma Schwabenliebe aus Sillenbuch. Private Geldgeber übernahmen die Gemakosten, so dass es die CD für 15 Euro als Spende gibt – bei den Auftritten der beteiligten Künstler oder als Bestellung per Mail an info@stuttgart-cd.de.

Die erste Stuttgart-Hymne hat eigentlich Janis ­Joplin 1971 mit „Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes-Benz“ gesungen. Max Herre hat 2004 wunderschön seine Heimatstadt mit „1ste Liebe“ beglückt. Beim Uralt-Klassiker „Uf de schwäbsche Eisebahne“ kommt Stuttgart mit Ulm und Biberach vor.

Man sieht: In dieser Stadt ist viel Musik. Wie schön, dass die heimische Musikszene noch eine Schippe drauflegt!

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