Lokaltermin: Clubheim des TV Oeffingen Weit über Vereinsheim-Niveau

Von  

Vereinsheime stehen gemeinhin nicht unbedingt für die gehobene Küche. Manchmal gibt’s allerdings schon mehr als Wurstsalat und Schnitzel: Beim TV Oeffingen wird im modernen Ambiente ­italienische Hausmannskost der feineren Art gekocht.

Schickes Ambiente im Clubheim: Daniel Artaris und seine Frau Mimma. Foto: Gottfried Stoppel
Schickes Ambiente im Clubheim: Daniel Artaris und seine Frau Mimma. Foto: Gottfried Stoppel

Fellbach - Nach einer Irrfahrt entlang sommerlicher Stoppelfelder ist endlich das Ziel in Sicht. Auf einer Anhöhe liegt das Vereinsgelände des TV Oeffingen und dort wiederum zwischen Fußball- und Tennisplätzen vis-à-vis einer Baustelle das Clubhaus. Umso überraschender ist das ­Innenleben: ein großer Raum mit einer sich kubistisch ins Dach hinaufschachtelnden Decke, viel Weiß kontrastiert mit warmen Brauntönen, stilvolle und trotzdem bequeme Lederstühle, grasgrüne Tischsets auf rustikal-eleganten Holztischen, in Szene gesetzt von Designerleuchten.

Zum 1. Juni haben Daniel und Mimma Artaris das Restaurant als neue Pächter übernommen – das Paar steht gemeinsam in der Küche. Artaris, der aus Pavia stammt, hat in Stuttgart im Primafila und auf dem Weissenhof gekocht sowie in Esslingen im Hirsch & Greif. Die Karte in dunkelgrünem Einband listet eine überschaubare Anzahl italienischer Klassiker auf mit saisonalen Beilagen, dazu eine Pizza-Auswahl, ergänzt von Tagesempfehlungen. Und einer Seite mit schwäbischen Klassikern, die offenbar in einem Vereinsheim nicht fehlen dürfen.

Der Service muss noch ein bisschen zulegen

Wir werden freundlich empfangen und aufmerksam bedient, allerdings scheint der Service noch nicht ganz versiert. Dafür kann die Küche richtig gute Pizza: Der Teig ist dünn und trotzdem nicht zu weich, die Tomatensoße hält sich dezent zurück, dafür dürfen Steinpilze und Salsiccia (italienische Wurst) ihr Aroma entfalten (10,50 Euro). Zu einem Aperol Spritz (5 Euro) und einem eiskalten Hefe (3 Euro) ist die Pizza Clubhaus der perfekte Appetithappen.

Der Meeresfrüchtesalat bereitet schon optisch Freude: pralle Garnelen, fein ­geschnittene weiße Tintenfische und (lauwarme!) Muscheln treffen auf zarte Streifen von Sellerie, Tomate und Paprika (11,50 Euro). Die Gnocchi von der Tageskarte ­zergehen schier im Mund, die fruchtige ­Tomatensoße ist mit frischem Basilikum gewürzt, der Mozzarella-Käse zieht lange Fäden (8,50 Euro). Der Burger vom Angusrind ist kernig-saftig und liegt auf einem Rucola-Tomate-Bett (13,90 Euro). Besser als die Pommes dazu hätte uns das Gemüse gefallen, das die Kalbsschnitzelchen mit frischen Pfifferlingen begleitet: gegrillte Zucchini- und Auberginenscheiben, die nicht in Öl ertränkt sind, und zarte Blumenkohlröschen (14,50 Euro).

Die Weine auf der Karte kommen allesamt aus Fellbach

Zur schnörkellosen Küche passt der würzige Falanghina (6 Euro das Glas). Die Weine auf der Karte kommen alle aus Fellbach. Wer aber nachfragt, bekommt auch Italiener, ob als Flasche oder glasweise. Ausgesucht wird nach dem Etikett direkt am Tisch. Der Lugana für 9 Euro das Glas (wir wurden gewarnt) hat zwar eine nette Holznote, ihm fehlt aber die Frische.

Einziges Manko: Das Mobiliar draußen auf den Terrassen (Bierbänke und Plastikstühle) kann mit dem Interieur drinnen nicht mithalten. Den Kindern ist das egal: Der Reifenspielplatz sucht seinesgleichen.