Lottoschein aus Bad Saulgau Gesuchter Gewinner

Die richtigen Kreuze – doch vom Gewinner keine Spur Foto: dpa
Die richtigen Kreuze – doch vom Gewinner keine Spur Foto: dpa

Ein Lottospieler kreuzte in Baden-Württemberg die richtigen Zahlen an. Er könnte sich über mehr als eine Million Euro freuen. Doch von dem Spieler fehlt jede Spur. Und jetzt ist es zu spät - der Gewinn verfällt.

Landespolitik: Thomas Breining (tb)
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Stuttgart - Ihnen wäre das nie passiert. Schon das nicht: Sie kreuzen sechs Zahlen auf dem Lottoschein an, sagen wir 4, 18, 21, 29, 36 und 43, und – haben sechs Richtige. Sie gewinnen, sagen wir 1 154 620,40 Euro, und holen das Geld nicht ab? Völlig undenkbar. Doch genau so ist es passiert. In der Nacht zum Donnerstag ist der Gewinnanspruch eines Spielers erloschen, der am 12. Februar in Bad Saulgau seinen Spielschein abgegeben, 48 Euro bezahlt und in der Mittwochsziehung vom 19. Februar den Volltreffer gelandet hatte.

Man kann nicht sagen, dass sich die Lottogesellschaft nicht um ihren verlorenen Spieler gekümmert hätte. Seit Wochen wurde über die Medien getrommelt, dass eine Million ihren Besitzer suche. Der Gewinner derselben müsste bloß seinen Spielschein vorweisen. Aber niemand interessierte sich dafür. Nach 13 Wochen fließt das Geld nun zurück in einen Topf für nicht abgeholte Gewinne und wird per Sonderauslosung in Form von Reisen, Autos oder Geldgewinnen irgendwann unter anderen Tippern verteilt. Es dem Finanzminister zu geben geht nicht, weil es Siegergeld ist und ausgeschüttet werden muss.

Dass ein solcher Gewinn nicht abgeholt wird, sei ein absoluter Ausreißer, sagt Marion Caspers-Merk, die Chefin der Toto-Lotto Gesellschaft des Landes – auch wenn 2012 im Kreis Ludwigsburg schon mal 1,36 Millionen Euro liegen geblieben sind. Jedenfalls sind die anderen fünf Millionengewinne dieses Jahres aus Lotto, Spiel 77 oder Glücksspirale, die nach Baden-Württemberg gingen, pünktlich abgeholt worden

Warum ein Gewinner das nicht tut, ist den Lotto-Leuten schleierhaft. Man muss nicht Bad Saulgauer sein, um dort einen Spielschein abzugeben. Man kann dort Urlaub gemacht haben. Man kann auf der Durchreise gewesen sein: Der Bus von Boms war zu langsam, in Saulgau der Zug nach Tübingen schon weg; da hat man halt Lotto gespielt – und vergessen. Oder irgendwo leidet jetzt ein Mensch still vor sich hin und fragt sich: „Ich, ich, ich! Das ist meine Million – aber verdammt, wo ist der Zettel?“ Wenn Sie jemanden kennen, der seit 13 Wochen unerklärlich still und fahl geworden ist – lassen Sie ihn in Ruhe. Trösten Sie ihn allenfalls damit, dass er nicht auch noch die Superzahl richtig hatte. Sonst wären 17,5 Millionen futsch.

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