Ludwigsburg kämpft gegen das Verkehrschaos Parken in Ludwigsburg wird teurer

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Wer mit dem Auto in die Stadt kommt, soll direkt in ein Parkhaus fahren oder muss höhere Gebühren bezahlen. Die Stadt will so das Verkehrschaos mindern und die Luft verbessern. Obwohl sich alle einig sind, ist die Umsetzung nicht so einfach.

Zugeparkte Straßen und suchende Autofahrer: Das soll es in Ludwigsburg nicht mehr geben. Foto: factum/Simon Granville
Zugeparkte Straßen und suchende Autofahrer: Das soll es in Ludwigsburg nicht mehr geben. Foto: factum/Simon Granville

Ludwigsburg - Besucher der Ludwigsburger Innenstadt müssen künftig mehr Geld ausgeben – zumindest wenn sie mit dem Auto kommen. Die Stadt will damit den Verkehr besser lenken: Idealerweise nutzen Besucher Busse und Bahnen. Doch wenn sie mit dem Auto kommen, dann sollen sie wenigstens direkt die Parkhäuser und Tiefgaragen ansteuern.

Das Parken an den Straßen soll deshalb unattraktiver werden, sprich: teurer. „Wir ersticken im Verkehr“, sagte der Bürgermeister Michael Ilk im Ausschuss für Mobilität, Technik und Umwelt. Die Stadträte sehen das eigentlich auch so. Über die Details der Erhöhung wurde im Ausschuss allerdings teilweise heftig gerungen.

Was kostet Parken in der Innenstadt

In der Innenstadt soll ein Ticket für eine Stunde 2,40 Euro kosten. Bisher sind 1,80 Euro fällig. Südlich und nördlich dieses Bereichs soll eine Stunde Parken künftig 1,20 Euro kosten, bisher sind es 80 Cent. Die Höchstparkdauer beträgt weiterhin zwei Stunden. In der Zone jenseits der B 27 soll der Stundentarif von 60 Cent auf 1 Euro angehoben werden, der Preis für ein Tagesticket von 3,60 Euro auf 5 Euro.

Wie lange muss man zahlen?

Ginge es nach der Verwaltung, müssten die Parkuhren an allen Tagen von 8 bis 20 Uhr gefüttert werden. Bisher ist werktags um 19 Uhr Schluss, samstags um 16 Uhr, der Sonntag kostet nichts. Doch der Vorschlag fand im Ausschuss keine Mehrheit. Gegen die Stimmen von OB Matthias Knecht, der Grünen und der Linken wurde beschlossen: Parken kostet montags bis samstags von 8 bis 19 Uhr. Ob es für den Sonntag eine gesonderte Regel gibt, darüber muss sich der Gemeinderat einig werden. Einerseits ist an Sonntagen ohne Events und außerhalb der Blüba-Saison der Parkdruck nicht so hoch, dass man ihn regulieren müsste, argumentieren die einen. Andererseits bestehe just wegen solcher Event-Sonntage durchaus Regelungsbedarf, meinen die anderen. Einig sind sich alle, dass eine einheitliche Regelung nötig ist. Doch nur Grüne und Linke stimmten für Parkgebühren am Sonntag, die Mehrheit wollte diesen gebührenfrei halten.

Was sagen die Innenstadtakteure?

Die Mitglieder des Innenstadtvereins Luis sind gegen höhere Gebühren und längere Bezahlzeiten im zentralen Innenstadtbereich. Sie befürchten, dass Kunden künftig direkt das Breuningerland ansteuern, wo es nicht nur viele gut gelegene, sondern auch noch kostenlose Parkplätze gibt. Erschwerend hinzu kommen aus ihrer Sicht die vielen Baustellen in Ludwigsburg, die so schnell auch nicht weniger werden. Besonders vehement wehrt sich Luis gegen eine massive Verteuerung des Parkens in der Oststadt.

Lesen Sie hier: Wie konnte es zum Baustellenchaos kommen?

Was passiert in der Oststadt?

Strittig ist in diesem Teil der Stadt der künftige Preis für ein Monatsticket. Bisher kostet es 25 Euro – und wird besonders von Mitarbeitern der Behörden genutzt, aber auch von Mitarbeitern des Einzelhandels. Ursprünglich wollte die Verwaltung den Preis auf 80 Euro erhöhen, schwenkte aber auf 50 Euro um. Auch das erscheint vielen Räten noch unverhältnismäßig teuer. Man müsse auch an die Geringverdiener denken, die auf ihr Auto und einen Parkplatz angewiesen seien, argumentieren die einen. Man müsse auch an Anwohner denken, die vom Verkehr überrollt würden, die anderen.

CDU und Freie Wähler wollten lediglich 35 Euro verlangen, die Grünen mindestens 45 Euro. Die SPD machte den Vorschlag von 40 Euro – dem sich am Ende eine breite Mehrheit anschloss. Sogar die Grünen stimmten „mit Bauchweh“ zu.




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