Ludwigsburg Stillstand beim Carsharing

Stadtmobil möchte sein Angebot in Ludwigsburg bis zum Jahr 2020  verdoppeln. Die Nachfrage sei da, aber keine  Stellplätze. Foto: factum/Archiv
Stadtmobil möchte sein Angebot in Ludwigsburg bis zum Jahr 2020 verdoppeln. Die Nachfrage sei da, aber keine Stellplätze. Foto: factum/Archiv

Ludwigsburg vertrüge eine größere Flotte, aber es fehlt an Stellplätzen für die Mietautos. Die Grünen sehen die Verwaltung in der Pflicht.

Ludwigsburg: Ludwig Laibacher (lai)

Ludwigsburg - Die Stadträte wollen es, und die Verwaltung propagiert es – dennoch tritt das Projekt Carsharing in Ludwigsburg auf der Stelle. Und das aus einem nur scheinbar belanglosen Grund: es gibt nicht genügend Stellplätze, um die Flotte von Stadtmobil und Flinkster zu vergrößern. Auch die Firma Car-to-go bleibt dabei: ihr Plan, sich in Ludwigsburg zu engagieren, liegt weiterhin auf Eis. „Das ist allein die Entscheidung der Firma“, sagt Albert Geiger, der gern weitere Anbieter in der Stadt sähe. „Aber für die funktioniert das natürlich nach streng wirtschaftlichen Regeln.“ Im großen und ganzen aber spiegele das aktuelle Angebot in der Stadt auch die Nachfrage wider, sagt der Leiter des Referats Nachhaltige Stadtentwicklung.

Weiße Flecke in der Südstadt

Die Grünen im Gemeinderat widersprechen. Sie sind der Ansicht, dass das Carsharing „noch allzu wenig am Verkehrsaufkommen beteiligt“ sei. In einem Antrag hat Stadtrat Michael Vierling die Stadtverwaltung denn auch aufgefordert, sich um eine flächendeckende Versorgung mit umweltfreundlichen Mietautos zu kümmern und bis zum Frühjahr 2015 ein Konzept für mindestens 30 Stellplätze in der Innenstadt vorzulegen. Aktuell ist die Firma Stadtmobil mit 22 Fahrzeugen auf elf Parkplätzen am Start, während zwei E-Mobile von Flinkster am Bahnhof und ein drittes auf dem Rathausplatz stehen.

Das werde sicher nicht leicht, meint Geiger. „Stellplätze im öffentlich gewidmeten Straßenrain kann man nicht vermieten.“ Eine Umwidmung sei eine aufwendige und sehr langwierige Sache. Letztlich müssten mehr private Anbieter für die Idee gewonnen werden, aber das sei nicht Sache der Stadtverwaltung. Allerdings sei es gelungen, die Wohnungsbau GmbH (WBL) dafür zu sensibilisieren. „Wir können da als Stadt nicht so einfach tätig werden, aber die WBL hat zugesagt, den Ausbau an ihren Flächen zu fördern“, sagt Geiger.

Einen besonders großen weißen Fleck gebe es zum Beispiel im Ludwigsburger Süden, jenseits der Friedrichs- und der Stuttgarter Straße, sagt Edgar Augel, der Marketingchef von Stadtmobil. Für Carsharing-Interessenten sei aber gerade ein dezentrales Angebot sehr wichtig. Ziel seines Unternehmens sei es, in den nächsten fünf Jahren die Zahl der Fahrzeuge fast zu verdoppeln – die Ludwigsburger Flotte soll von 22 auf dann 40 anwachsen. Das entspreche einem jährlichen Zuwachs von zehn bis 15 Prozent, eine entsprechende Nachfrage dafür zeichne sich ab, sagt Augel.

Die Wahrnehmung ist wichtig

Das Problem der Stellplätze gingen die Kommunen sehr unterschiedlich an. „Andere Städte sind da kreativer als Ludwigsburg“, sagt Augel. Die wiesen etwa nach dem Umbau einer Wohnstraße, mal eben einen Stellplatz aus. Im Schnitt seien „ein bis zwei Prozent der Bürger Carsharing-affin“. Dennoch stünden zum Beispiel in der 20 000-Einwohner-Stadt Renningen 20 Mietautos zur Verfügung und im 50 000 Einwohner zählenden Göppingen gar keins. Ein wesentliches Indiz für Erfolg oder Misserfolg sei die Wahrnehmung vor Ort: „Wir sind seit 15 Jahren in Ludwigsburg, aber als wir 2013 unser 20. Auto gefeiert haben, war der OB sichtlich überrascht, dass wir so groß sind“, sagt Augel. Dabei mache die Verwaltung selbst regen Gebrauch von Stadtmobil, und Werner Spec stehe ganz oben auf der Nutzerliste.




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