Ludwigsburger Vesperkirche geht ins siebte Jahr Vesperkirche will nicht nur satt machen

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Die Sorge, der Ludwigsburger Vesperkirche könnten angesichts der vielen Flüchtlinge die Helfer ausgehen, ist unbegründet, sagen Gisela Vogt (links) und Bärbel Albrecht. Spannend ist jedoch, ob die Flüchtlinge in die Friedenkirche kommen.

So leer wird die Friedenskirche nicht bleiben, wenn Gisela Vogt (links) und Bärbel Albrecht  zur Vesperkirche laden. Foto: factum/Granville
So leer wird die Friedenskirche nicht bleiben, wenn Gisela Vogt (links) und Bärbel Albrecht zur Vesperkirche laden. Foto: factum/Granville
Ludwigsburg – - Es geht um das gemeinsame Essen und um die Begegnung von Menschen, die sich sonst womöglich nicht treffen würden. Von 14. Februar an laden Gisela Vogt und Bärbel Albrecht wieder für drei Wochen zur Vesperkirche ein. Sorge, dass sie ein Auslaufmodell sein könnte, haben die beiden Frauen nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Frau Vogt, Frau Albrecht, die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen ist immer noch riesig. Gerät die Vesperkirche da ein bisschen ins Abseits?
Vogt Nach sieben Jahren sind wir eine etablierte Größe. Wir müssen um die Existenz der Vesperkirche nicht kämpfen. Jeder wartet auf sie.
Albrecht Es stellt sich eher die Frage, wie wir auf die aktuelle Entwicklung reagieren. Werden die Flüchtlinge in die Vesperkirche kommen?
Glauben Sie, dass sie kommen werden?
Vogt Wir haben schon vergangenes Jahr damit gerechnet. Da waren es wenige.
Albrecht Eingeladen sind sie auf jeden Fall. Zu der Idee, sich hier begegnen zu können, passen sie wunderbar.
Vogt Die Frage ist, ob viele in einen Kirchenraum gehen. Das wird spannend, ob sie die Hürde für sich nehmen können. Lange Jahre hatten wir eine Muslima, die mitgearbeitet hat. Sie hat mir einmal gesagt, dass sie nicht wusste, dass sie als Muslima die Kirche betreten darf.
Sie müssen also eine deutliche Einladung aussprechen?
Albrecht Und die muslimischen Kirchenoberhäupter müssen deutlich die Erlaubnis dafür aus sprechen. Außerdem gibt es für Asylbewerber eine Vollverpflegung. Bei uns ist es ja schon so geplant, dass man 1,50 Euro zahlt. Es wird funktionieren, wenn jemand aus dem Freundeskreis Asyl dazu auffordert, da mal als Gruppe hinzugehen. Dann wird die Schwelle kleiner. Aber ausdrücklich in Ludwigsburg dazu einzuladen, das wird von unseren Kapazitäten her schwierig.
Vogt Wir sind mit unseren 500 Essen an der Kapazitätsgrenze. Wir haben schon mal überlegt, ob wir vergrößern können.