Die beiden Bundesstraßen 464 und 295 sind bei Renningen bislang nur über ein Provisorium verbunden. Foto: Simon Granville/Simon Granville
Aktuell sieht es so aus: Mit dem Lückenschluss bei Renningen verliert eine Kreisstraße ihre Funktion. Das gefällt weder den umliegenden Kommunen noch dem Kreis. Die Hoffnung liegt auf einem Runden Tisch.
Der Kreis will den Lückenschluss bei Renningen und den Erhalt der Kreisstraße (K 1008) zwischen dem Leonberger Teilort Warmbronn und Renningen. Dafür stimmte auch eine Mehrheit der Kreisräte in der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses. Damit widersprechen sie Forderungen der Gemeinderäte Renningen und Leonberg, auf den Lückenschluss zu verzichten und den Status quo beizubehalten.
Derzeit sieht es allerdings so aus: Kommt der Lückenschluss, könnte ein Teil der Kreisstraße zwischen Warmbronn und Renningen stillgelegt werden. Bei einem Runden Tisch am 19. März mit dem Regierungspräsidium Stuttgart will sich der Kreis dafür starkmachen, dass das nicht passiert und der Bund einen Ausbau der Straße finanziert.
Renningen will Provisorium behalten
Die Bundesstraßen B 464 und B 295 wurden einst umfangreich ausgebaut, um eine Route zwischen der A 81 bei Böblingen und der A 8 bei Leonberg herzustellen. Seit 2013 sind die Straßen durch ein Provisorium verbunden. Der Lückenschluss soll dieses Provisorium endlich durch regelkonforme Anbindungen ablösen. Im Wesentlichen werden die Kreisverkehre ersetzt und die Ampel bei Renningen Ost fällt weg.
Zunächst hatte der Bund in Aussicht gestellt, zusammen mit dem Lückenschluss die Kreisstraße von Warmbronn über die B 295 hinweg bis an die Magstadter Straße in Renningen anzubinden. Bislang endet sie an der B 295. Dann ergab eine Verkehrsuntersuchung, dass diese Maßnahme keinen entlastenden Effekt auf den Lückenschluss hätte. Für den Bund gab es damit keinen Grund mehr, eine Kreisstraße auszubauen.
Der Lückenschluss bei Renningen Foto: Regierungspräsidium Stuttgart/, StZN/Zapletal
In der aktuell bevorzugten Planungsvariante für den Lückenschluss verliert die Kreisstraße also nicht nur ihre Anbindung an die B 295, weil die Einmündung zu nah am neuen Lückenschluss liegen würde – das war bereits in frühen Stadien der Planung vorgesehen. Sondern sie wird sogar zur Sackgasse und soll teilweise zurückgebaut werden.
Das weiche in erheblichem Maß von den bisherigen Abstimmungen ab, argumentiert der Landkreis, der zudem davon ausgeht, einen Anspruch auf Erhalt der Kreisstraße zu haben. Daher will der Landrat beim Runden Tisch fordern, dass der Bund die Anbindung doch finanziert. „Der große Lückenschluss soll kommen, aber nur mit der Anbindung der K 1008 an die Magstadter Straße“, betonte Landrat Roland Bernhard in der Ausschusssitzung. Diese Position fand bei den meisten Kreisräten Anklang. Von der SPD-Fraktion gebe es die volle Unterstützung, sagte Fraktionsgeschäftsführer Hans Artschwager. Kreisrat Martin Killinger signalisierte die Zustimmung der Freien Wähler. „Eine stabile und florierende Wirtschaft braucht eine stabile Infrastruktur.“ Auch FDP-Fraktionschef Dieter Maurmaier sprach seine Unterstützung aus. „Einfach am Status quo festzuhalten ist keine Lösung.“ Den Grünen wiederum würde das genügen: „Als Grüne sind wir mit dem Provisorium zufrieden“, sagte Kreisrat Klaus Wankmüller.
Die CDU-Räte zeigten sich zwar grundsätzlich einverstanden. Andreas Kindler aus Renningen und Ulrich Vonderheid aus Leonberg forderten jedoch, auch die Südrandstraße bei Renningen zu thematisieren. Diese hätte vom Einkaufszentrum Renningen-Süd zur Magstadter Straße führen sollen, wo sie dann in die Warmbronner Straße (K 1008) übergegangen wäre. Diese Umfahrung war, weil als nicht förderwürdig eingestuft, aus der Planung herausgefallen.
Landrat Roland Bernhard warnte davor, dieses Fass erneut aufzumachen. Das würde nur zu Verzögerungen führen. Die beiden nahmen daraufhin ihre Forderung zurück. Kindler beharrte aber darauf zu klären, wie landwirtschaftlicher Verkehr aus Richtung Weil der Stadt auf die andere Seite von Renningen kommt. Der Landrat versprach, diese Frage zum Runden Tisch mitzunehmen.