Boni-Pläne der Lufthansa Es fehlt an Bodenhaftung

Lufthansa-Chef Spohr und seine Kollegen sollen nachträglich für ihr Krisenmanagement belohnt werden. Foto: AFP/Daniel Roland

Die Boni-Pläne der Lufthansa zeugen von einem Mangel an Bodenhaftung, findet Wirtschaftsredakteurin Barbara Schäder.

Die Vorstände der Lufthansa sollen ein Bonuspaket erhalten, mit dem offenbar auch ihre Leistungen im Jahr 2021 gewürdigt werden sollen. Dabei gehörte ein Verzicht auf Bonuszahlungen zu den Auflagen für die 2020 gewährten Staatshilfen – und zurückgezahlt wurden diese eben erst Ende 2021. Außerdem blieb der Bund als Großaktionär noch bis Herbst dieses Jahres an Bord. Sein Einstieg bei der Fluggesellschaft diente ebenfalls deren Überleben.

 

Letztlich bescherte diese Beteiligung dem Staat einen Gewinn, weil sich die Lufthansa schneller als erwartet von der Krise erholte. Auch dank der Arbeit des Vorstands. Die Rückzahlung der übrigen Bestandteile des Rettungspakets war ebenfalls eine starke Leistung. Deshalb hat sich die Crew um Chefpilot Carsten Spohr nach der Logik des Aufsichtsrats die Boni verdient. Obendrein, so heißt es aus dem Konzern, würden die Zahlungen frühestens 2025 fließen.

Peinliche Rechtfertigungsbemühungen

Formaljuristisch mag das zulässig sein. Doch eine nachträgliche Zahlung für das Krisenmanagement widerspräche dem Geist der ursprünglichen Abmachung. Als das Rettungspaket geschnürt wurde, unterzeichneten die Vorstände eine Verpflichtungserklärung, nach der bis zum Ende der Stabilisierungsmaßnahmen keine Boni gewährt werden dürfen.

Geradezu peinlich ist das Argument, die Vorstände hätten in den Krisenjahren mehr Verzicht geübt als andere Beschäftigte. Ja: Spohrs Gesamtvergütung lag 2021 mangels Bonus um zwei Drittel niedriger als 2019. Aber er bekam eben trotzdem noch 1,6 Millionen Euro. Gleichzeitig baute der Konzern rund 30 000 Stellen ab.

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