Was erwartet einen bei einem Gitarrenkonzert mit Maeckes im Theaterhaus? Sicher nicht nur ruhiges Dasitzen und andächtiges Schweigen, sondern vielmehr die volle Bandbreite des Sprechgesangs und humoristischer Darbietung, gepaart mit Hip-Hop, sanft-schönen Klängen, zudem einen Rapper mit Gitarre, der Höhen und Tiefen menschlichen Daseins kunstvoll zu vertonen weiß.
Ein „Schatten“ begleitet das Orsons-Mitglied, ein professioneller Jazzgitarrist, der immer dann einspringt, wenn Maeckes gerade, mit einem Zwinkern, nicht spielen mag. So ist vermutlich Bertram Burkert der heimliche Star am Freitagabend auf dem Pragsattel. Denn der 29-Jährige Profi-Gitarrist entlockt der klassischen Gitarre, ob in Begleitung oder mit Soli, was es zu entlocken gibt. Ein Konzert im Konzert.
Der Saal im Theaterhaus ist ausverkauft, als Maeckes im Heimspiel die letzte Vorstellung seiner derzeitigen Tour „Maeckes - Gitarrenkonzerte 2023“ gibt. Das ist eine Mischung aus Musik, Kunst und Darstellung, verpackt in einen Fünfakter, der da lakonisch heißt „Der Brand nach dem Feuerwehrfest“.
Es wird viel gelacht – und applaudiert
Es lässt sich erahnen, das das eine lustig wilde Sause ist, die für die Festteilnehmenden ein mäßig gutes Ende nimmt, dafür aber feucht-fröhlich. Ganze zweieinhalb Stunden, unterbrochen von einer nur kurzen Pause, versetzt der Sprechkünstler sein Publikum in den Bann seiner Lieder. Ob es nun um den „Specht mit Migräne“, das „Happy-Heart-Syndrome“, oder „die Parties der Eltern, als man noch Kind war“ geht, in enger Interaktion mit dem Publikum schafft der Künstler eine Atmosphäre von Gemeinschaft, während man in die Erzählungen abtaucht, die zumeist absurd charmant sind, sodass viel gelacht und viel applaudiert wird.
Aber auch ernstere Töne stimmt der 41-Jährige an, dann geht es um Krieg und Faschismus. Das „Kapitalistische Liebeslied“ gibt es einmal am Anfang und einmal am Ende des Abends zu hören. Dabei kann sich jemand aus dem Publikum die Erwähnung des eigenen Namens im Lied ersteigern - Wer den höchsten Betrag bezahlt, bekommt den Zuschlag. An diesem Abend heißt der Song „Michelle“.
Clubtour im kommenden Jahr
Maeckes selbst erscheint zu Beginn als Feuerwehrmann mit Löscher, der sich dann doch rasch in einen Künstler im silber-spacigen Anzug verwandelt - als hätte er sich entschieden, die Brände dieser Welt doch lieber mit Kunst zu löschen. Mit beim Gitarrenkonzert hat der gebürtige Kornwestheimer mit österreichischen Wurzeln auch ältere Stücke wie „Unperfekt“, „Stoik & Grandezza“ oder „Gettin’ Jiggy With It“ dabei. Zur „Partykirche“ wird kompromisslos abgefeiert, und für „Swimmingpoolaugen“ holt er einen Gast auf die Bühne, der das Lied gekonnt wiedergeben kann.
Das Album mit den Gitarrenkonzerten erscheint im März, und im nächsten Jahr gibt es eine neue Clubtour mit Maeckes, bei der auch wieder mehr getanzt werden kann, wie er verspricht. Die Fangemeinde der Partykirche hat sich’s sicherlich eingetragen und - so lässt sich erahnen - richten sich deren gute Gebete an den Rapper, die Gitarre und die Kunst des Lebens.