Auf dem Platz am Endersbacher Viadukt wird auch in diesem Jahr wieder ein Maibaum stehen. Genau dort, wo vor einem Jahr ein Sturm den damaligen Festbaum geknickt und auf ein geparktes Auto hatte stürzen lassen. Allerdings, sagt Christian Hartmann vom Endersbacher Ableger des Verbands Weinstädter Unternehmer (VWU), werde es in diesem Jahr ein etwas kleineres Exemplar sein, mit dem man das traditionelle Fest am Sonntag von 12 Uhr an mit einem rustikal bewirteten Platzkonzert des Musikvereins und einem offenen Einkaufssonntag mit diversen Attraktionen entlang der gesamten Endersbacher Einkaufsstraße begehe.
Der Revierförster hilft bei der Baumauswahl
Den betreffenden neuen und definitiv standsicheren Maibaum mit gut zehn Metern Höhe hat VWU-Mitglied Albrecht Rühle mit einigen Helfern und begleitet von Revierförster Andreas Münz dieser Tage im Weinstädter Wald am Rand der Buocher Höhe ausgesucht und geschlagen. Direkt vor dem Aufstellen wird er noch festlich geschmückt und natürlich mit den entsprechenden Wappen versehen, die den Sturz des vergangenen Jahres weitgehend unversehrt überstanden haben.
Wie inzwischen auch andernorts aus Sicherheitsgründen üblich, wird in Endersbach nicht das Aufrichten des Maibaums selbst mit einer begleitenden Hocketse als „Maibaumaufstellen“ gefeiert. Bei dem Fest am 1. Mai wird der Baum bereits sicher verankert am Platz stehen. Derweil steht der vom Kirbejahrgang aufgestellte Maibaum an der Schnaiter Genossenschaftskelter bereits – mit einer Höhe von immerhin 22 Metern.
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Im Nachbarort Kernen wird beim Maifest am Rathaus in Rommelshausen in diesem Jahr auf den Maibaum verzichtet. Allerdings nicht aus Sicherheitsgründen oder als Konsequenz aus dem Unglück in Weinstadt. Die eingesparten Kosten, so hat es der veranstaltende Gewerbeverein mit Kernens Bürgermeister Benedikt Paulowitsch abgesprochen, werden „für die Menschen in und aus der Ukraine“ gespendet. „Es freut uns, dass wir unter den Ersten sind, die wieder etwas veranstalten dürfen“, sagt der GVK-Vorsitzende Florian Schenk. Es sei wichtig, den Leuten nach zwei veranstaltungsarmen Pandemiejahren wieder ein Zusammenkommen zu ermöglichen. „Die Menschen juckt es regelrecht, wieder zu feiern.“
Maifest mit Kinderprogramm
Die Maihocketse in Rommelshausen beginnt am Samstag, 30. April, um 15 Uhr. Neben Speisen und Getränken, so versprechen die Veranstalter, gibt es Karussells, einen Schießstand und Ballwerfen. Um 18 Uhr wird das Fest offiziell eröffnet, dann fällt auch der Startschuss für die Livemusik der Partyband JumpUp. Einen Maibaum gibt es in Kernen übrigens trotzdem, den stellt der Trachtenverein Almrausch am Vereinsgelände in Rommelshausen auf – mit Fest ab 11 Uhr am Sonntag, 1. Mai.
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In Fellbacher Stadtteil Oeffingen wird der Sprung in den Mai wiederum einmal mehr mit einer „traditionellen Maibaumaufstellung“ des Gewerbevereins am Samstag um 16 Uhr gefeiert – und zwar mit einem Maibaum, der stolze 36 Meter in die Höhe ragen soll. Die Bewirtung durch die Kleintierzüchter beim Jakob-Gauermann-Haus in der Schulstraße startet bereits um 15 Uhr. Fürs vorangehende Aufstellen des Oeffinger Maibaums wird die Schulstraße aus Sicherheitsgründen von 13 Uhr an gesperrt.
Hegnach: Das letzte Fest am Alten Rathaus
Rems auf- und Murr abwärts gibt es zwischen Winnenden und Murrhardt oder Spiegelberg und Plüderhausen in diesem Jahr wieder fast allerorten Maifeste in der einen oder anderen Art. In Waiblingen etwa wird – zusätzlich zur Maibaumhocketse in Hegnach im Stadtteil Neustadt – wohl das letzte Fest vor dem Alten Rathaus gefeiert, das demnächst abgerissen wird. Dort sorgt die Feuerwehr am Samstag für den Maibaum und ab 16 Uhr für Speis und Trank.
Zurück zum spektakulären Maibaum-Unglück im vergangenen Jahr: In Endersbach war am 4. Mai 2021 bei stürmischen Winden der wenige Tage zuvor aufgestellte und ordnungsgemäß durch einen Zimmermann kontrollierte Maibaum umgestürzt. Der abgebrochene Baum landete auf dem Dach eines Autos an einer Bushaltestelle und richtete rund 3000 Euro Schaden an. Verletzt wurde niemand.