Makenhofstüble in Marbach Besen-Jubiläum mit Haxen und Sauerkraut

Die ganze Familie Mayer hilft in der Besenwirtschaft mit: Sohn Robin, Papa Volker, Sohn Pascal und Mama Bettina Mayer (von links). Foto: avanti/Ralf Poller

Schlachtplatte, Vesperteller, Bratwurst, Schweinshaxen: Das Makenhofstüble, eine urige Besenwirtschaft am Rande Marbachs, wird 30 Jahre alt.

Ludwigsburg: Sandra Lesacher (sl)

Sauerkraut. Dieser aufdringliche, aber warme, wohlige Geruch steht für einen Ort wie kein anderer: den Besen. Wer von draußen reinkommt, wird drinnen förmlich vom Sauerkraut umarmt. So ist es im Besen, und so ist es auch im Makenhofstüble. Kurz hinter der Tür ist dann aber gern mal etwas Warten angesagt. Vor allem am Wochenende brummt der Laden, was sicher am vom Chef selbst gemachten Sauerkraut liegt. Aber auch an seinen Schweinshaxen, die er hier seit mittlerweile 30 Jahren kredenzt.

 

Die sind so etwas wie das Alleinstellungsmerkmal vom Makenhofstüble, einer Besenwirtschaft am Rande Marbachs, ganz weit draußen, noch hinter dem Stadtteil Hörnle. Da liegt der Makenhof, gegründet von einem gewissen Herrn namens Mak anno 1835. Er baute hier draußen Wohnhaus, Scheune und Stall – Ersteres steht noch – und bewirtete schon damals die Leute aus der Stadt in seiner Gartenwirtschaft.

Der Besen entstand im ehemaligen Schweinestall

Einige Generationen später brachte Volker Mayer die Gastronomie zurück auf den Makenhof. Er beendete die Rinderhaltung und die Schweinemast des Vaters und konzentrierte sich auf Acker-, Obst- und Weinbau. Irgendwann hat die Familie überlegt, was man aus dem leer stehenden Schweinestall machen könnte: einen Besen. Das war Anfang der 19990er Jahre. Bis auf die Außenmauern wurde der Stall entkernt und als Besenwirtschaft wieder aufgebaut. Hinten zwei Eckbänke, große Holztische, viele Stühle auf 150 Quadratmetern. Alles schön rustikal, wie es sich für einen Besen gehört. Eröffnet wurde 1994, vor genau 30 Jahren.

Seither hat sich wenig verändert. Weder am Interieur, noch am kulinarischen Angebot. Es gibt Wein – von Riesling bis Trollinger – und die klassischen Besen-Gerichte: Schlachtplatte, Bratwurst, Ripple, Maultaschen und Co. Die Spezialität des Hauses ist die Schweinshaxe. Tatsächlich eine Seltenheit in der Besen-Umgebung. „Die Leute kommen extra wegen der Haxen her“, sagt Volker Mayer. Die gibt es – mit Kraut – zum fairen Preis von zehn Euro. Und übrigens nur samstags und sonntags.

Unter der Woche lohnt sich der Aufwand nicht. Denn die Haxen müssen erst einmal fünf Tage lang in Salzwasser eingelegt werden, ehe sie auf dem Grill und dann auf dem Teller der Gäste landen. 70 Schweinebeine werden pro Besen-Wochenende verputzt. Und natürlich jede Menge Sauerkraut. Wie für die Haxen ist auch hier Volker Mayer für die Zubereitung zuständig. Kraut, Äpfel und Kartoffeln – Letztere für die Bindung – sind drin. Etwa 150 Kilo Sauerkraut verkauft er pro Woche, verrät der 53-Jährige.

Unterstützt wird er im Makenhofstüble von der Familie: Seiner Frau Bettina, seiner Mutter Bärbel und den Söhnen Robin (23) und Pascal, 20 Jahre alt. Zweimal jährlich haben die Mayers ihren Besen offen. Aktuell noch bis Sonntag, 10. März, und dann wieder im November. Dazwischen wird es vermutlich erstmals noch ein Sommerfest geben. „Da sind wir gerade am Überlegen, wann und wie wir das machen“, sagt Volker Mayer.

Die Leute sind entspannt

Im Besen selbst hat sich übrigens in einer weiteren Hinsicht wenig verändert. Bei den Gästen nämlich. Während anderswo geklagt wird, dass die Menschen ungeduldiger, ja sogar ruppiger werden, hat Volker Mayer davon nichts bemerkt. Die einen kommen schon seit 30 Jahren, andere sind im Laufe der Zeit dazugekommen. Besonders am Wochenende wird es richtig voll, es gibt Wartezeiten auf Sitzplätze, „Da sind die Leute aber komplett entspannt“. Im Makenhofstüble ist’s, „wie es im Besen sein soll“, sagt der Chef. Gesellig und kuschelig, wenn man zusammenrutscht. Und danach geht’s nach Hause – mit einem Hauch Sauerkraut-Duft in der Nase.

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